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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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2000
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2000

Nachweis des Saponins.

Wasserballe zum Sieden erhitzt, heiß nitriert und das Filtrat, nach Zusatzvon Wasser, von Alkohol befreit. Der Rückstand wird schließlich mitWasser zu 100 com verdünnt und diese Lösung, wie oben angegeben, behandelt.

Brauselimonadenpulver, Gummier eme und ähnliche Saponin-präparate werden zu 100 cem in Wasser gelöst, die Lösung aufgekocht, nachdem Erkalten filtriert und, wie oben angegeben, untersucht (K. Brunner,J. Buhle).

Zum Nachweis des Saponins wird der durch Aceton gereinigteBückstand in warmem Wasser gelöst: heim Schütteln stark schäumendeFlüssigkeit. Diese Flüssigkeit wird hierauf in 4 Tle. geteilt, davon ein Teilauf einem Uhrglase verdampft und der Rückstand mit reiner Schwefelsäuregeprüft (s. S. 1995). Teil 2 dient nach dem Eindampfen zur hämolytischenPrüfung (s. S. 1995). Teil 3 wird mit gewöhnlichem Wasser verdünnt undin dieselbe ein kleines, lebendes Fischchen eingesetzt: Betäubung nach 12bis 24 Stunden und schließlich Tod.

Hat sich Teil 2 als hämolytisch erwiesen, so ist mit Teil 4 noch eineGegenprobe in der Weise auszuführen, daß man die Lösung des Verdunstungs-rückstandes in Kochsalzlösung von 0,9 Proz. mit einer ätherischen Cholesterin-lösung schüttelt (auf 20 Tle. Saponin etwa 1 Tl. Cholesterin) und das Ge-misch dann einige Stunden auf 36° erwärmt. Die hierdurch entgiftete, vonÄther befreite Lösung darf jetzt nicht mehr hämolytisch wirken.

Die aus Guajakholz und Guajakrinde technisch hergestellten Saponineund Saponinpräparate zeigen nur eine sehr geringe Giftigkeit und ent-sprechend geringe hämolytische Wirkung. Sie liefern jedoch eine starkschäumende wässerige Lösung und zeigen mit Schwefelsäure die Saponinreaktion.

Ein den Saponinen ähnliches Glycosid, Hemiaria-Saponin: C 19 H 30 O 10(v. Schulz), ist neben Methylumhellif eron: C 9 H 5 (CH 3 )0 3 , in dem Krautvon Herniaria glabra und H. hirsuta enthalten. Zur Darstellung dieser Ver-bindungen wird das mit Alkohol von 85 Proz. bereitete Extrakt mit Wasserzum Sirup angerührt und dieser mit Äther ausgeschüttelt. Der nach demVerdunsten des Äthers verbleibende Bückstand wird dann aus heißemWasser, unter Anwendung von Tierkohle, umkristallisiert. Das hierdurchgewonnene Methylumhelliferon (Herniarin) bildet schwach cumarin-artig riechende, bei 117 bis 118° schmelzende, farblose Kristalle (Barth,Herzig).

Aus dem mit Äther ausgeschüttelten Extrakt läßt sich durch Fällungmit Alkohol das saponinartige Glycosid abscheiden und durch wiederholtemAuflösen in Wasser und erneutes Fällen mit Alkohol annähernd reinigen.Das hierdurch resultierende grauweiße, stark niesenerregende Pulver solldurch Erhitzen mit verdünnter Salzsäure auf 150° in Glycose(?) und eine inWasser unlösliche Verbindung, die aus Eisessig in farblosen, bei 290° schmelzen-den Nadeln kristallisiert, Oxysapogenin: C U H 22 0 3 , gespalten werden.

Zu den Saponinen scheinen auch das Sapotin : C 29 H 52 O 20 , nachG. Michand, der Samenkerne von Achras Sapota, das Tucca-Saponin:0 2,1 B. 40 O 10 , der Yucca filamentosa (A. Meyer), die Cerei'nsäure aus Oereusgummosus (s. S. 1840), sowie das Melanthin (s. dort) zu gehören. DasSapotin bildet ein weißes, kristallinisches, in Wasser und in heißem Alkohollösliches Pulver, dessen Staub zum Niesen reizt. Bei der Hydrolyse soll das-selbe in Glycose und unlösliches Sapotiretin: C l7 H 32 0 le , zerfallen.

Scillaiu findet sich nach v. Jarmersted, neben anderen Stoffen, in•der Zwiebel von Scilla maritima s. Vrginea Scilla. Zur Darstellung desselbendigeriert man die zerkleinerten, getrockneten Meerzwiebeln 1 bis 2 Tage mit