1874
Flavaspidsäure, Albaspidin, Aspidinol.
^
wird es in Phloroglucin und Isobuttersäure gespalten. Beim achtstündigenErhitzen von 1 Tl. Filicin mit 2 Tln. Zinkstaub und 5 Tln. Natronlauge von15 Proz. wird neben Buttersäure, Phloroglucin, Methyl-, Diinethyl- und Tri-methyl-Phloroglucin (s. S. 1121) Filicinsäure: O^'O 3 , gebildet (B. Böhm).Letztere scheidet sich aus dem Filtrat auf Zusatz von verdünnter Schwefel-säure kristallinisch aus. Die Filicinsäure kristallisiert in kleinen, farblosenWürfeln oder Oktaedern, die bei 213 bis 215" schmelzen. Sie löst sich in70 Tln. kochenden Wassers und in 10 Tln. siedenden Alkohols. In Äther iatsie wenig löslich. Bisenchlorid färbt die wässerige und alkoholische Lösungder Filicinsäure intensiv rot. Kaliumpermanganat oxydiert die Filicinsäure(wässerige Lösung des Kaliumsalzes) zu Essigsäure, Isobuttersäure und Di-methylmalonsäure: (CH 3 ) 2 C(CO . OH) 2 .
Als Zwischenprodukt wird bei der Einwirkung von Zinkstaub undNatronlauge auf Filicin Butyrylf ilicin säure : C"H 9 (C 4 H ; 0)0 3 -|-H 8 0, ge-bildet. Diese Verbindung kristallisiert in rhombischen Täfelchen, die luft-trocken bei 65 bis 67°, wasserfrei bei 95 bis 97° schmelzen. Bei längererEinwirkung von Zinkstaub und Natronlauge wird die Butyrylfilicinsäure inFilicinsäure und Normal-Buttersäure gespalten. Bei dreitägigem Kochen mitabsolutem Alkohol liefert das Filicin, neben anderen Zersetzungsprodukten,Albaspidin (s. unten), B. Böhm.
Flavaspidsäure: C* 3 H 28 0 3 , findet sich in den Mutterlaugen von derBeindarstellung des Filicins. Sie kristallisiert aus Methylalkohol in langen,gelben Tafeln oder Prismen. Die Flavaspidsäure tritt in zwei, durch denSchmelzpunkt unterschiedenen Formen auf, die durch Schmelzen und Um-kristallisieren aus Benzol oder Eisessig ineinander übergeführt werden können.«-Flavaspidsäure schmilzt bei 92° und verwandelt sich hierbei in die bei 156°schmelzende ß- Flavaspidsäure. Letztere Verbindung geht beim Umkristalli-sieren aus Alkohol wieder in die «-Flavaspidsäure über. Beim Erhitzen mitZinkstaub und Natronlauge geht die Flavaspidsäure in Filicinsäure, Butyryl-filicinsäure, Buttersäure, Methyl-, Dimethyl- und Trimethylphloroglucin über.Flavaspidsäure ist auch in dem Ehizom von Athyrium filix femina und Aspi-dium spinulosum enthalten (Böhm, Hausmann).
Albaspidin: C 25 H 32 0", kommt in dem Bhizom von Aspidium filix masnur in sehr kleiner Menge vor; das Bhizom von Aspidium spinulosum ent-hält etwas mehr davon. Es bildet feine, farblose, bei 148 bis 149° schmel-zende, glänzende Nadeln, die ziemlich leicht in Äther und Benzol, schwererin Alkohol löslich sind. Die alkoholische Lösung wird durch Eisenchloriddunkelrot gefärbt. Reine Schwefelsäure löst das Albaspidin mit gelber Farbe,die bei vorsichtigem Erwärmen, unter Entwickelung von Buttersäuregeruch,in Bot übergeht. Albaspidin tritt mit 2 Mol. Phenylhydrazin in Beaktion,unter Bildung eines farblosen, bei 24-2" schmelzenden Diphenylhydrazons.Beim Erwärmen mit Zinkstaub und Natronlauge liefert das Albaspidin Butter-säure und Filicinsäure (s. oben). Künstlich wird das Albaspidin erhalten heianhaltendem Kochen von Filixsäure mit Alkohol (s. oben), sowie bei derEinwirkung von Formaldehyd auf eine alkalische Lösung der Butyrylfilicin-säure (s. oben) und Ansäuern des Beaktionsproduktes (Böhm).
Aspidinol: C 12 H 16 0 4 , kristallisiert aus heißem Wasser in feinen, gelblich-welßen, bei 156 bis 161° schmelzenden Nadeln, die in Benzol und Petroleum-äther schwer, in sonstigen Lösungsmitteln leicht löslich sind. Eisenchloridfärbt die alkoholische Lösung grün. Beim Erwärmen mit reiner Schwefel-säure liefert das Aspidinol Buttersäure und Methylphlorogluein. Durch Er-wärmen mit Zinkstaub und Natronlauge wird es in Buttersäure und Methyl-