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2. Organische Chemie 2. Abt. (1911) Organische Verbindungen mit geschlossenem Kohlenstoffringe ...
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1870
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1870

Kosin.

teile insofern in einem genetischen Zusammenhange, als dieselben nachder Natur ihrer Spaltungsprodukte als Phloroglucinderivate anzu-sehen sind.

Kussobestandteile. Als Kosin: C 2J H 3 "O 7 ') (Kose in, Kousse'in,Kussin, Taeniin) wird ein aus den Kussoblüten, den nach der Blütezeitgesammelten weiblichen Blüten der Hagenia abyssinica, eines der Familie derRosaceen angehörenden Baumes, isolierter Bitterstoff bezeichnet. Das Kosinscheint jedoch nicht in den Kussoblüten zu präexistieren, sondern nur einZersetzungsprodukt des stark toxisch wirkenden Kosotoxins: C S8 H 3 'O l0(s. unten), zu sein. Zur Darstellung des Kosins werden die mit Kalkmilchoder mit Magnesiamilch eingetrockneten zerkleinerten Kussoblüten wiederholtmit heißem Alkohol extrahiert, die filtrierten Auszüge miteinander gemischt,durch Destillation von Alkohol befreit und aus der zurückbleibenden Flüssig-keit nach abermaliger Filtration das Kosin durch Übersättigen mit Essigsäureabgeschieden. Das auf diese Weise dargestellte Präparat, welches nach demAuswaschen mit Wasser und Trocknen unter dem Namen BedallschesKoussin oder als Kosvnum amorphum als Band Wurmmittel in den Handelgebracht wird, ist ein grauweißes, unter dem Mikroskop betrachtet, kristalli-nisches Pulver von starkem, eigentümlichem Geruch der Kussoblüten undvon sehr bitterem, kratzendem, lange anhaltendem Geschmack. Dasselbezeigt saure Reaktion und besitzt in hohem Maße die wurmtreibende Wir-kung der Kussoblüten. In kaltem und warmem Wasser ist es nur weniglöslich; in letzterem ballt es sich harzartig zusammen. Von Alkohol, Ätherund ätzenden Alkalien wird es leicht gelöst, weniger von Petroleumäther.Das Bedal Ische Koussin ist kein einheitlicher Stoff, sondern ein Gemengedes eigentlichen, kristallisierbaren Kosins: C a H M 0', mit harzartigen Sub-stanzen und anorganischen Verbindungen (1 bis 1,5 Proz. Asche liefernd).Bei langsamer Abkühlung heiß gesättigter Lösungen des amorphen Kosinsin Alkohol von 95 bis 96 Proz. oder in Eisessig scheidet sich die reine Ver-bindung in Kristallen aus, welche durch Umkristallisation aus den gleichenLösungsmitteln leicht zu reinigen sind.

Das Kosin resultiert hierbei zunächst in schwefelgelben, geruch- undgeschmacklosen, bei 148° schmelzenden, nadeiförmigen Kristallen von neu-traler Reaktion. Dieses Kosin vom Schmelzp. 148° ist jedoch noch keineeinheitliche Verbindung, da sich dasselbe auf wiederholtes Umkristallisierenaus siedendem absoluten Alkohol in «- und /S-Kosin, denen beiden dieFormel C"H M 0 ? zukommt, zerlegen läßt (Daccomo und Malagnini,Lob eck). «- und /S-Kosin sind physiologisch unwirksam.

Das «-Kosin: C 23 H 3 "0 7 , bildet lange, citronengelbe, bei 160° schmel-zende Nadeln. In Wasser, selbst in heißem, ist es nahezu unlöslich, dagegenwird es reichlich aufgenommen von Äther, Benzol, Schwefelkohlenstoff undChloroform, weniger reichlich von kaltem Alkohol und von Eisessig. Insiedendem Alkohol ist es schwerer löslich als das /S-Kosin. Von Kalilaugewird es leicht gelöst. Die Lösungen des «-Kosins zeigen kein Rotations-vermögen. In konzentrierter Schwefelsäure löst sich das «-Kosin bei 15mit gelblicher Farbe ohne Zersetzung auf (1 : 2) und kristallisiert beim Ab-kühlen der Lösung in wohlausgebildeten Nadeln wieder aus. Bei längeremStehen nimmt die Lösung zunächst eine tiefgelbe, dann bräunliche undendlich schön scharlachrote Farbe an. Letztere Färbung tritt sogleich auf,

') Nach M. Leichsenring und A. Lobeck; C 31 H 38 0 10 nach Flückiger undBuri; C 22 H 30 O 7 oder C 22 H 32 0 7 nach Kondakow und Schatz.