Kosin, Protokosin, Kosotoxin.
1871
löslicli ist als das «-Kosin,
schmelzenden Prismen. Das-
O.CH 3 , und verhält sich
Das ß- Kosin wird nur
wenn man jene Lösung gelinde erwärmt; in diesem "Fall macht sich gleich-zeitig ein Geruch nach Isohuttersäure bemerkbar. Letztere Säure tritt ineiner Menge von 34,5 Proz. auf, wenn das Kosin mit Schwefelsäure von15 Proz. 6 bis 10 Stunden lang auf 150 bis 170" erhitzt wird. Wird das«-Kosin 10 Minuten lang mit der lOfaehen Menge reiner Schwefelsäure aufdem Wasserbade erwärmt, so wird neben Isobuttersäure Methylphloro-glucinmethyläther: 0 6 H s (CH 3 )(0H) s 0 . GH" -f H s O, in beträchtlicherMenge gebildet, lufttrocken bei 81°, wasserfrei bei 118° schmelzend (Lobeck).Letztere Verbindung entsteht in geringer Menge auch bei längerem Kochenvon «-Kosin mit Zinkstaub und Natronlauge. Die kalt gesättigte alkoholischeLosung des Kosins wird durch alkoholische Eisenchloridlösung zunächst wenigverändert, nach kurzer Zeit jedoch bleibend rot gefärbt. Die gleiche Fär-bung tritt ein, wenn die Lösung des Kosins in verdünnten wässerigen,ätzenden oder kohlensauren Alkalien längere Zeit sich selbst überlassen odergelinde erwärmt wird.
Das «-Kosin enthält zwei Methoxylgruppen: O.CH 3 , und drei Hydroxyl-gruppen: OH. Durch Benzoylchlorid wird es in T r ibenzoy lkosin:0 23 H 47 (C 7 H 5 0) 3 O 7 , verwandelt; kleine, bei 174 bis 175° schmelzende Prismen.Die Lösung des «-Kosins in absolutem Äther entwickelt auf Zusatz vonNatrium Wasserstoff.
Das ß -Kosin: C S3 H 30 O 7 , welches leichterkristallisiert in intensiv gelb gefärbten, bei 120°selbe enthält ebenfalls zwei Methoxylgruppengegen Reagenzien im allgemeinen wie das «-Kosin.in geringer Menge aus den Kussoblüten erhalten.
Protokosin: C 2D H 38 0\ Zur Darstellung dieser physiologisch ebenfallsunwirksamen Verbindung wird das ätherische Extrakt der Kussoblüten,welches etwa 25 Proz. beträgt, mit siedendem Petroleumäther am Rückfluß-kühler erschöpft, die Lösungen werden hierauf durch Destillation von Petro-leumäther befreit, die restierenden Massen wieder in Äther gelöst und dieseFlüssigkeiten mit wässeriger Sodalösung von 25 Proz. wiederholt ausgeschüttelt.Diese Sodaauszüge sind alsdann mit verdünnter Schwefelsäure zu über-sättigen, mit Äther auszuschütteln, die von Äther befreiten Extrakte in wenigabsolutem Alkohol zu lösen und im Vakuum der Kristallisation zu über-lassen. Die nach längerem Stehen ausgeschiedenen Kristalle sind schließlichdurch Umkristallisieien aus heißem Alkohol zu reinigen. Das Protokosinbildet weiße, seidenglänzende, bei 176° schmelzende Nadeln, die unlöslich inWasser, schwer löslich in kaltem Alkohol, leicht löslich in Äther und Chloro-form sind. In seinem Verhalten zeigt das Protokosin große Ähnlichkeit mitdem Kosin (Leichsenring). Das Protokosin enthält zwei Methoxylgruppen:OCH 3 .
11. Boehm und A. Lobeck isolierten aus ätherischem Kussoextraktauch eine geringe Menge eines Anhydroprotokosins: C bB H 71 0 17 , vomSchmelzp. 182°, welches beim Umkristallisieren aus verdünntem Alkohol inProtokosin überging. Die alkoholische Lösung des Anhydroprotokosins färbtsich durch Eisenchlorid schwarzbraun.
Kosotoxin: C'-^H^O 10 , ist der physiologisch wirksame Bestandteil derKussoblüten. Zu dessen Gewinnung werden die Mutterlaugen des Protokosinsmit kalter lOproz. Sodalösung aufgenommen, die erzielte Lösung wird als-dann rasch filtriert, mit der zehnfachen Menge Wasser verdünnt und mitEssigsäure augesäuert. Der hierdurch gebildete Niederschlag wird hieraufmit Wasser ausgewaschen und durch Wiederholung obiger Operationen weiter
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