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Bromcamphersulfosäure, Chlorcampher.
Wird der Monobromcampker mit der vierfachen Menge Salpetersäureeinige Stunden auf dem Sandbade erhitzt, so wird neben Camphersäure derin kaltem Alkohol fast unlösliche Bromnitrocampher: C 10 H 14 Br(NO' 2 )0,gebildet. Ehombische, bei 105° schmelzende Prismen. Letztere Verbindungwird durch alkoholische Kalilauge in Nitrocampher: C l0 H ls (NO 1! )O, eineschwach gelbe, bröcklige, in alkalischen Flüssigkeiten leicht lösliche Masse,übergeführt. Wird eine derartige alkalische Lösung mit Natriumamalgambehandelt, so geht der Nitrocampher in Amidocampher: C 10 H 15 (NH 2 )0,über. Letzterer scheidet zieh hierbei allmählich als dickes, durchdringendriechendes, bei 245° ohne Zersetzung siedendes Ol von basischen Eigen-schaften aus, welches beim Erkalten wachsartig erstarrt. Lie gleiche Ver-bindung entsteht durch Keduktion von Isonitrosocampher (s. unten) mit Zinkund Essigsäure.
Der Monobromcampher findet eine beschränkte Anwendung als inner-liches Arzneimittel. Seine Beinheit ergibt sich durch die Farblosigkeit derKristalle, die vollständige Flüchtigkeit derselben und den bei 76° liegendenSchmelzpunkt.
K-Bromcamphersulfosäure: C l0 H l4 BrO . SO a H, dient zur Spaltungracemischer Verbindungen. Zur Darstellung werden 100 g «-Bromcamphermit 200g Chloroform und 175 g S0 3 HC1 12 Stunden lang auf dem Wasser-bade erhitzt. Das Beaktionsprodukt wird alsdann in Wasser gegossen, diewässerige Lösung mit Calciumcarbonat gesättigt und die filtrierte Flüssigkeitzur Trockne verdampft. Das restierende Calciumsalz wird hierauf durchErwärmen mit PCI 5 in das Chlorid C 10 H 14 BrO . SO'Cl, verwandelt, welchesaus Chloroform in Octaedern kristallisiert, und letzteres schließlich durchErwärmen mit Wasser in «-Bromcamphersulfosäure übergeführt. Pyramiden-förmige, bei 195 bis 196° schmelzende Kristalle, welche sehr leicht in Wasserund in Alkohol löslich sind. Bechtsdrehend.
C Br"
Dibromcampher: C B H l4 <T- , existiert in zwei isomeren Modifi-L ^CO
kationen. «-Dibromcampher entsteht heim Erhitzen gleicher MoleküleMonobromcampher und Brom mit wenig Chloroform am Bückflußkühler.Bhombische, hei 61° schmelzende Kristalle, die durch Katriumamalgam unddurch alkoholische Kalilauge wieder in Monobromcampher übergehen. /S-Di-bromeampher wird gebildet beim Erhitzen von Bromcampher mit über-schüssigem Brom auf 125°. Bhombische, bei 115° schmelzende Kristalle, diedurch Natriumamalgam zum Teil in die flüssige, bei 255° siedende Cam-pholensäure: C 9 H 15 -—CO. OH (s. oben), verwandelt werden.Über «- und /S-Chlorcampher s. S. 1391.
y-Chlorcampher: C 10 H 15 ClO, soll als eine farblose, kristallinische,nach Wheeler bei 95°, nach Cazeneuve bei 124° schmelzende Masse ent-stehen beim Eintragen von Campher in eine konzentrierte wässerige Lösungvon unterehloriger Säure. Durch Erwärmen mit alkoholischer Kalilauge auf80° geht der y-Chlorcampher in Oxycampher: C 10 H 15 (OH)O, über; farb-lose, campherartig riechende, mit Wasserdämpfen flüchtige, bei 137° schmel-zende Nadeln.
«-Dichlorcampher: C l0 H 14 Cl 2 O, entsteht durch vollständige Sätti-gung einer auf 80 bis 90° erwärmten Lösung von 76 Tln. Campher in 23 Tln.absoluten Alkohols mit Chlor. Farblose, bei 96° schmelzende Prismen. Inder Mutterlauge des «-Diehlorcamphers soll sich leichter löslicher, bei 77°schmelzender /3-Dichlorcampher befinden.