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Bittermandelöl.
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ohne Gasentwickelung auf. Ein alkoholhaltiges Präparat würde sich hierbeidurch eine stürmische Entwickelung roter Dämpfe, fremde Öle durch Ab-scheidung öliger Tropfen oder harzartiger Massen zu erkennen geben. MitSalpetersäure vom spez. Gew. 1,5 oder mit rauchender Salpetersäure läßtsich auf diese Weise noch eine Beimengung von 2 bis 3 Proz. Alkohol nach-weisen.
Mit dem zwei- bis dreifachen Volumen einer konzentrierten, frisch be-reiteten Lösung von saurem Natriumsulfit geschüttelt, verwandle sich dasBittermandelöl alsbald in eine feste, kristallinische, durchaus nicht schmierige
Masse von Benzaldehyd-Natriumbisulfit: C 6 H 5 —CH<gQ I , Na + lVjH'O.
Künstlicher Benzaldehyd. Der Nachweis hiervon gründet sichdarauf, daß der technisch dargestellte Benzaldehyd gewöhnlich chlorhaltigist. a) Man imprägniere einen Streifen Fließpapier mit dem zu prüfendenBittermandelöl, zünde denselben an und halte ihn alsdann derartig unter eingroßes Becherglas, dessen Wandungen mit Wasser befeuchtet sind, daß sichder gebildete Kuß darauf niederschlägt. Bei echtem Bittermandelöl zeigtder filtrierte wässerige Auszug dieses Rußbeschlages, auf Zusatz von salpeter-säurehaltiger Silbernitratlösung, keine oder doch nur eine sehr geringeTrübung, wogegen künstliches (chlorhaltiger Benzaldehyd) eine mehr oderminder starke Ausscheidung von Chlorsilber verursacht (Schimmel), b) 0,5bis 1 g Bittermandelöl werde in etwa 10 com Wasser suspendiert, die Mischungmit 2 bis 3g chlorfreien Natriumcarbonats und hierauf, unter gelindemErwärmen, mit so viel chlorfreier Kaliumpermanganatlösung von etwa5 Proz. versetzt, bis der Bittermandelölgeruch nahezu verschwunden ist. Nachdem Verschwinden der Permanganatfärbung werde filtriert, das fai'blose,alkalisch reagierende Eiltrat zur Trockne verdampft, der Rückstand schwachgeglüht und der wässerige Auszug desselben, nach dem Übersättigen mitSalpetersäure, schließlich mit Silbernitrat geprüft (vgl. a).
Da jetzt auch chlorfreier künstlicher Benzaldehyd im Handel ist, sowürde das Ausbleiben der Chlorreaktion direkt noch kein Beweis für dieEchtheit des Bittermandelöls sein.
Nitrobenzol. Um das ätherische Bittermandelöl auf Nitrobenzol zuprüfen, löse man 0,5 bis 1 g in der 20fachen Menge Alkohol, verdünne dieLösung mit Wasser bis zur bleibenden Trübung, füge alsdann etwas Zink-feile , sowie eine zur Wasserstoffentwickelung erforderliche Menge Schwefel-säure zu und überlasse die Masse einige Stunden sich selbst. Nach beendeterReduktion befreie man die filtrierte Flüssigkeit durch Eindampfen von Alko-hol, teile sie dann in 3 Tle. und führe die auf S. 790 angegebenen Re-aktionen aus. Den dritten Teil neutralisiere man mit Natronhydrat undversetze ihn alsdann tropfenweise mit einer Lösung von Natriumhypochlorit.Die Anwesenheit des durch Reduktion aus dem Nitrobenzol gebildetenAnilins wird sich in letzterem Ealle durch eine violette Färbung bemerkbarmachen.
Zum qualitativen Nachweise des Cyanwasserstoffs im Bitter-mandelöl schüttele man 5 bis 10 Tropfen davon mit der zehnfachenMenge verdünnter Kalilauge, füge etwas Eisenvitriollösung zu, erwärme dasGemisch und setze alsdann etwas Eisenchloridlösung und schließlich Salzsäurebis zur stark sauren Reaktion zu. Bei Anwesenheit von Cyanwasserstoffwird alsdann eine Blaufärbung oder ein blauer Niederschlag von gebildetemBerlinerblau eintreten (s. S. 783).
Soll der Gehalt an Cyanwasserstoff im ätherischen Bittermandelölquantitativ bestimmt werden, so wäge man sich 0,5 bis lg genau davon