Bittermandelöl.
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risches Öl vorhanden ist. Die aus diesem ätherischen Öl entstehende Säureerkannte später (1823) Stange als Benzoesäure (vgl. Benzaldehyd und Bitter-mandelwasser).
Darstellung. Das Bittermandelöl wird aus den vom fetten Öl be-freiten bitteren Mandeln oder Pfirsichkernen ebenso dargestellt wie dasBittermandelwasser (s. S. 788), nur fällt der Zusatz von Alkohol zu der zudestillierenden Masse weg und ist gewöhnlich die anzuwendende "Wassermengeeine etwas geringere als zu jenem Zwecke. Das mit dem Wasser übergehende,sich allmählich zu Boden senkende Öl wird von dem Wasser mechanisch ge-trennt und letzteres alsdann, meist nach Zusatz von etwas Chlornatrium,einer nochmaligen Destillation unterworfen, bei der jedoch nur die erstenAnteile aufgefangen werden.
Die Ausbeute an Bittermandelöl ist nur eine geringe, sie beträgt aus1000 Tln. bitteren Mandeln 6 bis 7 Tle., aus 1000 Tln. Aprikosenkernen 6 bis10 Tle.
Eigenschaften. Das Bittermandelöl bildet frisch bereitet eine farb-lose, stark lichtbrechende Flüssigkeit, welche gleichzeitig den Geruch nachBenzaldehyd und Cyanwasserstofi besitzt. Bei der Aufbewahrung nimmt esallmählich eine gelbe bis gelbbraune Färbung und infolge einer Bildung vonBenzoesäure stark saure Reaktion an. Im wesentlichen besteht es aus Benz-aldehyd und Cyanwasserstoff, welche größtenteils chemisch zu Benzaldehyd-
Cyanwasserstoff: C 6 H b . CH: O -f HCN oder C a H 5 . CH<°^, verbunden
sind (s.S. 1130)-. Infolge seines Gehaltes an Cyanwasserstoff wirkt das Bitter-mandelöl stark giftig. Das Bittermandelöl ist infolge der Destillation mitWasserdämpfen optisch inaktiv. Sein spez. Gew. schwankt je nach dem Ge-halt an HCM; Öl mit 10 Proz. HCN hat ein spez. Gew. von 1,093, mit1,6 Proz. HCN von 1,053. Der Destillation unterworfen, geht es gegen 180°über, die ersten Anteile des Destillats sind am blausäurereichsten, die zuletztübergehenden dagegen fast blausäurefrei. Als Rückstand verbleiben, nament-lich hei längere Zeit aufbewahrtem Ol, Benzoesäure, Benzoin und harzartigeSubstanzen. Im Wasser löst es sich im Verhältnis von 1 : 300; in Alkohol,Äther, fetten und ätherischen Ölen in jeder Menge. Gegen Agenzien verhältsich das Bittermandelöl im allgemeinen wie der reine Benzaldehyd, jedochwerden die Reaktionen bisweilen durch die Anwesenheit des Cyanwasserstoffsbeeinflußt.
Das Bittermandelöl findet zu arzneilichen Zwecken, in der Likörfabri-kation und in der Parfümerie Verwendung.
Prüfung. Das ätherische Bittermandelöl bilde eine farblose oder dochnur schwach gelb gefärbte, leicht bewegliche Flüssigkeit von angenehmem,eigenartigem Geruch. Letzterer tritt besonders hervor, wenn man einenTropfen des Öles mit Zucker verreibt oder einen Tropfen in Wasser (1 :300)löst. Sein spez. Gew. schwanke zwischen 1,052 und 1,058. In Wasser ge-tropft, sinke es unter, ohne sich zu trüben, dagegen schwimme es auf einerKochsalzlösung von 9 bis 10 Proz. Mit Alkohol, Äther und fettem Mandelölmische es sich klar in jedem Mengenverhältnis. Die alkoholische Lösungbesitze neutrale oder doch nur schwach saure Reaktion: Benzoesäure —.Bei der Destillation im Wasserbad verflüchtige sich nichts von dem zuprüfenden Bittermandelöl: Alkohol, Chloroform —. Letztere Beimengungenwürden auch das spez. Gew., sowie auch die Löslichkeit in fettem Mandelöl(Alkohol) beeinträchtigen.
Beim Vermischen mit dem zwei- bis dreifachen Volumen Salpetersäurevon 1,42 spez. Gew. löse sich das Bittermandelöl in der Kälte klar und
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