Druckschrift 
2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
Entstehung
Seite
563
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Benxoylhydraxin.

563

Durch Einwirkung von Benzolsulfosäurechlorid oder Phosphorpentachlorid entstehtneben anderen Produkten Monophenylharnstoff durch ,,BECKMANN'sche Umlagerang"(Vgl. S. 560J:

C 6 H 6 —C—NH, OH-C—NH, CO—NH,

OH-N

C.H.-N

F. Diamidderivate der Benzoesäure.

i

Benzoylliydrazin' C 6 H 5 -CO-NH-NH 2 (Benzhydrazid) wird durch Ein-wirkung von Diamidhydrat N 2 H 4 .H 2 0 auf Benzoesäureester, Benzamid oder Benzoyl-chlorid erhalten, bildet silberglänzende, farblose Tafeln, schmilzt bei 112-5°, istziemlich leicht in kaltem Alkohol und Wasser, schwieriger in Aether und Benzollöslich, reducirt FEiiLiNo'sche Lösung oder ammoniakalische Silberlösung in derKälte, wird durch verdünnte Säuren sehr allmählich in seine Componenten zerlegtund ist gegen Alkalien noch beständiger. Bei schnellem Erhitzen siedet es fastunzersetzt; durch längeres Erwärmen auf 180° wird es allmählich unter Gasent-wickelung und Bildung von Dibeuzoylhydrazin zersetzt. Mit p-Nitrodiazobenzol com-binirt es sich in essigsaurer Lösung zu einem Buzylenderivat (vgl. S. 349—350)C a H s -CO-NH-NH'N:N-C 6 H 4 'NO, (citronengelber. nicht umkrystallisirbarer Nieder-schlag), das beim Erhitzen mit Wasser oder Alkohol in Benzamid und p-Nitrodiazo-benzolimid zerfällt. Symmetrisches Dibenzoylhydrazin 2 C 6 H 5 -CO- NH-NHCO-C,,H 6 entsteht aus Benzoylhydrazin, wie eben erwähnt, durch Erwärmen, ferner schonin der Kälte durch Einwirkung von Oxydationsmitteln wie Jod oder Quecksilberoxyd:

C 6 H 5 -CO-NH-NH, CJL-CO-NH

-f 4 J = + 4 HJ + N, ;

C 6 H 6 CO-NH-NH, C 6 H,-CONH

es bildet sehr kleine seidenglänzende Nadeln vom Schmelzpunkt 233 °, ist fast un-löslich in kaltem Wasser, Alkohol, Aether und Chloroform, hat nur schwach redu-cirende Eigenschaften, löst sich in verdünnten Alkalien und wird durch letztere nurschwierig angegriffen.

Symmetrisches Benzoylphenylhydrazin 3 C 0 H 5 CONHNH-C Ü H 5 (vgl. auchS. 313—314) — durch Einwirkung von Benzoylchlorid oder von Benzamid aufPhenylhydrazin erhältlich — schmilzt bei 168" bis 170°, löst sich schwer in heissemWasser, leicht in verdünnter warmer Kalilauge und wird daraus durch Säuren wiedergefällt, reducirt heisse FEHHNo'sche Lösung und giebt in concentrirter Schwefel-säure mit Eisenchlorid Violettfärbung.

1 Cürtiüs, Ber. 23, 3023 (1890). — Stbüve, J. pr. [2] 50, 295 (1884). — v. Pech-mann, Ber. 29, 2167 (1896).

8 Cürtiüs, Ber. 23, 3029 (1890). J. pr. [2] 52, 219 (1895). — Strüve, J. pr.[2] 50, 299 (1894). — Borissow, Ztschr. f. physiol. Chem. 19, 505 (1894).

3 E. Fischer, Ann. 190, 125 (1877). — Jüst, Ber. 19, 1203 (1886). — Reissert,Ber. 23, 2244 (1890). — Minünni, Ber. 24 Ref., 152 (1891); 26 Ref., 56 (1893). —Bamberger, Ber. 27, 162 (1894). — v. Pechmann, ebenda, 322. — v. Pechmaito u.Runge, ebenda, 1696. — v. Pechmann u. Seeberger, ebenda, 2121. — Holleman u.Antüsch, Rec. trav. chim. 13, 291 (1894). — Vanino u. Thiele, Ber. 29, 1725(1896).

36*