Druckschrift 
2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
Entstehung
Seite
562
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

562

Benzenylamidoxim.

Wonnen.

In analoger Weise entsteht aus Benzenylamidoximglykolsäure C 6 H 5 -die Verbindung C 6 H 5 CC1(: N-0-CH 2 -C0 2 H), welche in zwei

C 8 H 6 -C-C1CO,HCH 0 0-N

^N-0-CH 2 -CO„HModificationen — vermuthlich den Raumformeln:

C„H 6 -C-C1

|| und

N-OCHj-CO.H

entsprechend — erhalten wurde.

Benzenylamidoxim 1 C 6 H 5 • C(: N • OH) • NH 2 — von Tiemann entdeckt und mitseinen Schülern eingehend untersucht (vgl. Bd. I, S. 378) — entsteht durch Ein-wirkung von Hydroxylamin auf Benzonitril, Thiobenzamid (S. 557), Benzenylamidiu(S. 557) oder Benzimidoäther (S. 556), durch Einwirkung von Ammoniak auf Aethyl-benzhydroximsäure (S. 561) oder Benzhydroximsäurechlorid (S. 561). Es krystallisirtaus heisser wässeriger Lösung in decimeterlangen, flachen Prismen, schmilzt bei79—80° und ist bei vorsichtigem Erhitzen unzersetzt flüchtig, in Alkohol, Aether,Chloroform und heissem Wasser leicht löslich. Bei raschem Erhitzen werden Benzo-nitril und Ammoniak abgespalten. Eisenchlorid färbt seine Lösungen tief roth. Esverbindet sich mit Säuren zu wohlcharakterisirten Salzen, mit Basen zu wenig be-ständigen Metallsalzen, welche durch Kohlensäure zersetzt werden. Aus den Metall-salzen entstehen durch Umsetzung mit Alkylhalogeniden die unzersetzt destillirbarenAether des Benzenylamidoxims C 6 H 5 -C(NH 2 X:N-OR), welche durch Einwirkung vonsalpetriger Säure in salzsaurer Lösung unter Stickstoffeutwickelung in Benzenyl-alkoximchloride (s. S. 561—562) übergehen:

.N-OR .N-OR

C„H,-C

\

NH,

+ NaN0 2 + 2 HCl = CJELC

\

Ol

+ NaCl + N 2 + 2H,0,

während Benzenylamidoxim selbst durch Einwirkung von salpetriger Säure Benzamidunter Entwickelung von Stickoxydul liefert (vgl. Bd. I, S. 378—379). Durch Ein-wirkung von Benzoylchlorid auf Benzenylamidoxim entsteht der Benzoyleater,N-0-CO-C 6 H 5

C 6 H 5 • C

/

^NH,

welcher beim Erwärmen über den Schmelzpunkt (140°)

oder beim Behandeln mit wasserentziehenden Agentien in DibenzenylazoximxN-O^

C 6 H 5 • C

/

~N ;

>C-C 6 H 6 (s. dort) übergeht. Durch Einwirkung von Chlor oder

Brom auf die Eisessiglösung des Benzenylamidoxims entstehen „Hydrazoxim-amido-Verbindungen", z. B.:

^N-OH JJ-Ov /C 6 H 6

6C 6 H 5 -C< + 4Br = 2C 6 H S -C{ >C<

^NH, ^NH/ \NH 2 .HBr

^N-OH

+ 2C 6 H 5 -C< + N„0 + H 2 0._____________ \NH 2 .HBr

1 Tiemann, Ber. 17, 128 (1884); 19, 1668 (1886): 22, 2412, 3124 (1889); 24,436, 3453, 4162, 4176 (1891). — Pinner, Ber. 17, 185 (1884). — Tiemann u. Krüger,Ber. 17, 1.685 (1884). — Krüger, Ber. 18, 1053 (1885). — 0. Schulz, ebenda, 1080.

— Tiemann u. Naegeli, ebenda, 1086. — Lossen, Ann. 252, 178, 189 (1889); 281,279 (1894). Chein. Centxalbl. 1896 II, 655. — Nordenskjöld, Ber. 23, 1462 (1890). —Graten, Ber. 24, 385 (1891). — H. Koch, ebenda, 394. — Pinnow, ebenda, 4171. —Bambergek, Ber. 27,161 (1894). — Werner, ebenda, 1656. — Werner u. Buss, ebenda,2197. — Werner u. Sonnenfeld, ebenda, 3350. — Krümmel, Ber. 28, 2227 (1895).

— Werner u. Gemeseüs, Ber. 29, 1161 (1896).