Hydrotelrazone und Tetrazone.
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sichtiger Reduction mit Natriumamalgam in alkoholischer Lösung Azobenzol undHydrazobenzol entsteht.
Ortho-Nitro-Diazobenzolimid (Nitrotriazobenzol) N0 2 -C 6 H 4 -N 3 spaltetbeim Erhitzen Stickstoff ab und geht in Ortho-Dinitrosobenzol C 6 H 4 (NO)j über 1 (vgl.auch S. 458).
Para-Amido-Diazobenzolimid 2 (Amido-triazobenzol) NH 2 -C 6 H 4 -N 3 wurdeaus p-Amido-phenyloxaminsäure NH,-C 6 H 4 -NH-CO-CO-OH durch Ueberführung indas entsprechende Diazoperbromid und Diazo'imid N 3 -C 6 H 4 -NH-CO-C0 2 H und Ver-seifen des letzteren erhalten; es bildet farblose Blättchen, schmilzt bei 65°, verpufftbei stärkerem Erhitzen und besitzt einen aromatisch süssen Geschmack. — Führtman es in das Diazoperbromid über und zersetzt letzteres mit Ammoniak, so erhältman p-Hexazobenzol 9 N 8 -C,H 4 -N 3 — farblose, mit Wasserdampf verhältnissmässigleicht flüchtige Täfelcheu von betäubend aromatischem Geruch und kratzendem,süsslichem Geschmack; diese interessante Verbindung färbt sich am Lichte nachund nach braun, schmilzt im Haarröhrchen bei 83° und explodirt bei stärkerem Er-hitzen selbst in sehr kleinen Mengen mit äusserster Heftigkeit und unter lebhafterFeuererscheinung.
III. Verbindungen, deren Moleciile vier bis fünf Stickstoffatomean einander gebunden enthalten.
Denkt man sich vier Stickstoffatome durch einfache Bindung aneinander gereiht und das so entstehende Skelett mit Wasserstoff ge-sättigt, so resultirt das Schema:
NH 2 —NH—NH—NH 2 ,
welches gewissermassen ein Butan unter' den Stickstoffwasserstoffenrepräsentiren würde. Derivate dieses gesättigten, hypothetischen Stick-stoffwasserstoffs liegen in den Hydrotetrazonen, wie C 0 H 5 -CH:N-N(C 6 H 5 ).N(0 6 H 5 )-N:CH-C 6 H 6 , — den Oxydationsprodukten der einfachenAldehyd-Hydrazone, welche Minunni und v. Pechmann entdeckten, —vor (vgl. S. 324 und 514). — Derivate 1er beiden ungesättigten, an sichgleichfalls unbekannten Stickstoffwasserstoffe:
NH 2 —N=N—NH 2 und NH=N—NH-NH 2
wurden von E. Fisches entdeckt. Man nennt die Abkömmlinge des ersten,symmetrisch constituirten Stickstoffwasserstoffs „Tetrazone" (vgl. Bd. I,S. 248), während der zweite unsymmetrisch constituirte Stickstoffwasser-stöff von Cuetius für Nomenclaturzwecke die an „Bütylen" anklingendeBezeichnung „Buzylen" erhalten hat 3 .
Dass die aromatischen Tetrazone durch Oxydation der unsymmetrischen,aromatischen Hydrazine entstehen, ist schon S. 307 erwähnt. Dimethyl-diphenyl-tetrazon 4 (C a H 5 )(CH 3 )N—N~N—N(CH 3 )(C 6 H 6 ) bildet Blättchen und schmilzt unterGasentwickelung bei 137°. — Tetraphenyltetrazon'' (CeHj^N-NrN-NtCuH,^ schmilztunter Gasentwickelung bei 123°.
1 Zinckb, J. pr. [2] 53, 342 (1896).3 Ber. 26, 1266 (1893).
• Geiess, Ber. 21, 1559 (1888).
4 E. Fischer, Ann. 190, 167 (1877). Ber. 11, 2210 Anm. (1878). — Tafel,Ber. 18, 1744 (1885). « E. Fisches, Ann. 190, 182 (1877).