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Bisdiazoamido - Verbindungen.
Buzylen-Derivate können durch Combination von Diazokörpern mit Hy-drazinen 1 (vgl. auch S. 308) erhalten werden, z. B. Phenyl-äthyl-buzylen (Diazo-benzol-äthylazid) C 6 H 5 —N : N-NH-NH-CJH, oder C,H 5 —N: N-N(C,H,)-NH 2
/ ca-N-na-ca \
( vielleicht auch ?) aus Diazobenzol und Aethylhydrazin (vgl.
V N /
Bd. I, S. 249). Letztere Verbindung ist ein sehr zersetzliches Oel, verbindet sich mitSäuren zu höchst unbeständigen Salzen und wird durch Reduction in Phenyl-hydrazin und Aethylhydrazin gespalten.
Eine Kette von fünf Stickstoffatomen muss in den Bisdiazoamido-
Verbindungen 2 angenommen werden, die sich von dem hypothetischen
Stickstoffwasserstoff:
HN:N—NH-N:NH
ableiten. Ihre Existenz wurde schon durch Beohachtungen von Gbiessangedeutet, doch verdankt man ihre genauere Kenntniss erst neuerenUntersuchungen von H. Goldschmidt und v. Pechmann.
Man kann drei Typen der Bisdiazoamidoverbindungen unterscheiden:
I. Solche mit zwei aromatischen Radicalen R-N:N—NH—N:N-R. —Sie entstehen durch Eintragen von concentrirten Diazolösungen in viel überschüssige,möglichst concentrirte, eiskalte Ammoniakflüssigkeit:
2C 7 H 7 N 2 -C1 + 3NH 3 = (CjHj-N^NH + 2NH 4 C1.
Bisher ist nur das Bis-p-diazotoluolamid C 7 H 7 ■ N 2 - NH - N, ■ C 7 II 7 analysirt; es wirdaus Acetonlösung durch Wasser in glänzenden, gelben, verfilzten Nadeln abgeschieden,verpufft im Schmelzröhrchen bei ca. 80° und explodirt beim Erwärmen auf deinPlatinblech, durch Stoss oder durch Zerreiben unter scharfem Knall; beim Erwärmenmit überschüssigen Alkalien geht es mit intensiv gelber Farbe in Lösung; aus derauffallend beständigen, erst beim Kochen sich langsam zersetzenden, alkalischenLösung wird es durch Säuren unverändert ausgefällt, auch krystallisirt es beimStehen derselben theilweise heraus; beim Kochen mit verdünnten Säuren wird es inStickstoff, Kresol und Toluidin gespalten (C 14 H 15 N 5 + H 2 0 = C 7 H 7 (OH) + C 7 H 7 -NH 2 + 4N), daneben entsteht etwas. Ammoniak; mit alkalischen Phenollösungenkuppelt es weder direct noch nach dem Ansäuern.
II. Solche mit zwei aromatischen und einem aliphatischen Radi-cal: R-N:N-N(Alk.)-N:N-R. Sie entstehen durch Einwirkung von Diazolösungenauf primäre aliphatische Amine:
2C 6 H S -N 2 C1 + 3CH 3 NH 2 = (C 6 H ä -N 2 ) 2 N-CH 3 + 2CH 3 NH 2 .HC1.
Bis-diazobenzol-methylamid C 6 H 5 ■ N 2 • N(CH 3 ) • N 2 - C 6 H 5 bildet prächtige hellgelbeNadeln vom Schmelzpunkt 112—113°.
III. Solche mit drei aromatischen Radicalen: R-N:N—NR—N:N-R.Sie bilden sich durch Combination von Diazoverbindungen (2 Mol.) mit aromatischenAminen (1 Mol.) in alkalisch-alkoholischer Lösung:
2C„H 5 -N 2 -C1 + NH 2 C 6 H 5 = (C 6 H 6 -N:N) 2 N-C 6 H 5 + 2 HCl
1 E. Fischek, Ann. 199, 306 (1879). — Wohl, Ber. 26, 1587 (1893). — Bam-berger, Ber. 28, 840 (1895).
* Griess, Ann. 137, 81 (1866). — H. Goldschmtdt u. Holm, Ber. 21, 1025C1888). — H. Goldschmidt u. Badl, Ber. 22, 933 (1889). — v. Pechmann u. Frobenids,Ber. 27, 703, 898 (1894). — Hantzsch, ebenda, 1857. — Bamberger, Ber. 27, 2596(1894); 29, 452, 459 (1896).