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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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DiaXfOtirungsbedingungen.

das bei dem geringsten Ueberschuss von salpetriger Säure blau gefärbtwird, verfolgen; gewöhnlich aber trifft man die Menge genau genug,wenn man bei der stöchiometrischen Berechnung der anzuwendendenNitritmenge für das Moleculargewicht des Natriumnitrits anstatt derrichtigen Zahl 69 die Zahl 72 benutzt. Auch die Wahl der Säure-menge ist für den normalen Verlauf des Diazotirungsprocesses vonBedeutung; die nach obiger Gleichung theoretisch erforderliche Säure-menge (2 Aequivalente Säure auf eine Amidgruppe) ist praktisch meist nichtausreichend; bei den gewöhnlichen Diazotirungen des Anilins und seinerHomologen benutzt man in der Regel 2 1 / 2 Aequivalente statt 2 Aequi-valente; in manchen anderen Fällen aber ist auch ein grösserer Säure-überschuss erforderlich. Ein dritter wesentlicher Punkt beim Diazo-tiren ist die Beachtung der Temperatur. Die Zersetzlichkeit vielerDiazokörper macht die Vermeidung irgend beträchtlicher Temperatur-erhöhung unbedingt erforderlich; man kühlt daher gewöhnlich die saureLösung des Amins vor dem Nitritzusatz auf eine Temperatur von etwa 5°ab wenn es nicht auf die Einhaltung einer gewissen Concentration an-kommt, am bequemsten durch Einwerfen von Eisstücken, sorgt dannwährend des Nitritzusatzes durch fortwährende Eiskühlung dafür, dassdie Temperatur nicht über etwa 10° steigt, und verwendet die auchnach dem Nitritzusatz stets weiter kalt gehaltene Diazolösung möglichstbald nach etvsa 1520 Minuten. In anderen Fällen dagegen ist eserforderlich, die Diazotirung ohne Kühlung bei gewöhnlicher oder garbei wenig erhöhter Temperatur vorzunehmen und das Gemisch zur Be-endigung der Diazotirung einige Zeit stehen zu lassen. Denn währendder Vorgang bei manchen Aminen so momentan und glatt von Stattengeht, dass man ihn zu einer Titrirung des Amins benutzen kann, er-fordert er in anderen Fällen längere Zeit 1 . Aminsalze, welche in an-gesäuertem Wasser schwer löslich sind, kann man meist in suspendirter,natürlich möglichst fein vertheilter Form diazotiren; da die Diazosalzestets weit löslicher sind, als die entsprechenden Aminsalze, so erfolgtdurch den Nitritzusatz gewöhnlich Bildung einer klaren Diazolösung.Amine, welche nur schwach basisch sind und daher keine wasserbestän-digen Salze bilden, erfordern häufig besondere Modificationen des ge-wöhnlichen Diazotirungsprocesses (vgl. z. B. S. 281 die Diazotirung desAmidoazobenzols).

Als theoretisch interessant sei hervorgehoben, dass man zuweilenein Amin durch die Diazoverbindung eines anderen Amins diazotirenkann 2 ; so verläuft z. B. die Einwirkung von p-Diazobenzolsulfosäure(diazotirter Sulfanilsäure) auf salzsaures p-Toluidin ausschliesslich imSinn der Gleichung:SO,-C 6 H 4 -N:N + CH 8 -C 6 H 4 .NH 2 .HC1 = HS0 3 C 6 H 4 NH 2 + CH C 6 H 4 N: N Cl.

1 Vgl. Nietzki, Ber. 17, 1350 Anm. (1884). .

2 Vgl. Griess, Ber. 15, 2184, 21892190, 2195 (1882).