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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Diazotirung.

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indem man salpetrige Säure auf das Salz eines aromatischen Aminseinwirken lässt:

C a H 5 -NH 2 .HCl + NO-OH = C 6 H 5 -NN-Gl + 2H s O.

Dieser Vorgang, welcher empirisch betrachtet darin besteht, dassdrei Wasserstoffatome des Aminsalzes durch ein Stickstoffatom ersetztwerden, bezeichnet man als dieDiazotirung" des Amins 1 . WährendGeiess durch Einleiten von gasförmig entwickelter, salpetriger Säurediazotirte (vgl. S. 281 die Darstellung von Diazobenzolnitrat), ist manspäter für solche Fälle, wo es sich nur um die Herstellung einer Diazo-lösung handelt, allgemein zu einem einfachen Verfahren übergegangen,welches zuerst von V. Meyeb u. Ambühl 2 veröffentlicht wurde und aufder Anwendung nascirender salpetriger Säure beruht; dies Verfahrenbesteht darin, dass man in Gegenwart des Aminsalzes eine Lösung vonNatriumnitrit ansäuert (vgl. S. 281 die Darstellung einer Lösung vonDiazobenzolchlorid). In fester Form lassen sich Diazosalze häufig be-quem darstellen, indem man auf die alkoholische saure Lösung desAminsalzes Amylnitrit einwirken lässt 3 .

Nur in Ausnahmefällen aber handelt es sich um die Darstellungfester Diazosalze, bei welcher man stets die grösste Vorsicht walten lassenmuss, da viele Diazokörper ausserordentlich explosiv sind. Wenn mandie Diazoverbindungen als Zwischenprodukte benutzt, genügt es fast stets,eine wässerige Lösung durch Zufliessenlassen einer Natrium-nitritlösung zu einer Lösung des Aminsalzes zu bereiten, welchemit einer ausreichenden Menge freier Säure versetzt ist, umdie salpetrige Säure des Nitrits in Freiheit zu setzen. Der-artige, durchaus gefahrlose Reactionen gehören zu den häufigsten Opera-tionen in den chemischen Laboratorien sowohl, wie in den Werkstättender Farbenfabriken; ihr einfachstes Beispiel findet in der Gleichung:

C 6 H 5 -NH,.HC1 + HCl + NaN0 2 = C 6 H 5 -N_N-C1 + NaCl + 2H 2 0HNO, + NaClseinen Ausdruck.

Für die Ausführung dieses gewöhnlichen Diazotirungsprocessesist es von grosser Wichtigkeit, eine der angewendeten Aminmenge mög-lichst genau äquivalente Nitritmenge zuzusetzen; das technischeNatriumnitrit ist gegenwärtig annähernd rein (etwa 9598-procentig);man kann seinen Gehalt an salpetriger Säure vor der Benutzung titri-metrisch bestimmen oder man kann bei der Diazotirung selbst denVerlauf der Reaction durch Tüpfelproben auf Jodkaliumstärkepapier,

1 Ueber einen Fall, in welchem die Ueberführung eines Amins in die Diazo-verbindung nicht gelang, vgl. Schliepeb, Bei-. 26, 2471 (1893). 2 Ber. 8, 1073 (1875).

3 E. Kkoevenagel, Ber. 23, 2994 (1890). Vgl. auch Hausseh u. Müller,Bull. [3] 9, 353 (1893). Nach Bamberger (Privatmittheilung) sind die nach dieserMethode (vgl. die "Vorschrift für Diazobenzolchlorid, S. 281) direct erhaltenen Dtazo-salze meist durch geringe Mengen des betr. Aminsalzes verunreinigt.