Diphenylamin.
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z. B. aus Dimethylanilin und Jodmethyl in sehr energischer Reactiondas Trimethyl-phenylammoniurnjödid C 6 H 5 -N(CH 3 ) 3 J — ein wohlkrystallisirbares Salz, welches durch kalte, wässerige Alkalien nichtzersetzt wird, während Silberoxyd daraus die entsprechende, starkkaustische Ammoniumhase in Freiheit setzt; destillirt man das Jodidim Salzsäurestrom, so zerfällt es in Dimethylanilin und Jodmethyl;kocht man es längere Zeit mit starker Kalilauge, so wird ebenfalls Di-methylanilin unter Abspaltung von Methylalkohol zurückgebildet; erhitztman das Jodid in geschlossenen Röhren über 200°, so entstehen durchWanderung der Methylgruppen (vgl. S. 174) Dimethyltoluidine CH 3 -C 6 H 4 -N(CH 3 ) 2 , Methylxylidine (CH 3 ) 2 C 6 H 3 -NH(CH 3 ) und Amidotrimethylbenzol(CH 3 ) 3 C 6 H 2 -NH 2 (vgl. S. 219).
Die aliphatischen Kohlenwasserstoffreste der fett-aromatischen Amine und Am-moniumbasen können natürlich ebenso wie der Benzolkercr (vgl. S. 213, 214) durchSubstituenten in mannigfachster Weise verändert sein; so entstehen Verbindungen wieC 6 H 5 NHCH a CH 3 -Cl, C 6 H 5 NH ■ CH 2 • CH 2 (OH) (Anilidoalkohole), C„H 5 • NH • CH, •CH 2 -S0 3 H (PhenyItaurin) etc., auf deren Existenz hier nur hingewiesen werden kann.
B. Rein aromatische Amine.
Seinen Bildungsweisen und seinem Verhalten nach ist der typischeVertreter für die Gruppe der rein aromatischen, secundären Amine dasDiphenylamin 1 (C 0 H 5 ) 2 NH — eine 1864 von A. W. Hofmann entdeckteBase, welche gegenwärtig in grossen Mengen für die Farbenindustriefabricirt wird; man bedient sich hierfür ihrer reichlichen Bildung beimErhitzen von Anilin mit salzsaurem Anilin auf etwa 200°:
C 9 H 6 -NH, + G 8 H 6 NH,.HC1 = C 6 H 6 NHC 6 H 6 + NH 4 C1.
Auch kann man Diphenylamin durch Erhitzen von Phenol mit Anilinin Gegenwart von Chlorzink (oder Chlorcalcium, Chlorantimon) darstellen:
C 6 H 5 -XH 2 + OH-C„H 5 = H 2 0 + C 6 H 6 -NHC 6 H 5
— eine Reaction, welche vielfach variirt werden kann und für die Ge-winnung mancher unsymmetrischer secundärer Amine, wie C fl H 5 -NrI;C 10 H 7 , sehr zweckmässig ist. — Diphenylamin krystallisirt aus Ligromin weissen Blättchen, riecht schwach und blumenähnlich, schmilzt bei54°, siedet bei 302° und ist in Wasser kaum, in Alkohol, Benzol undAether leicht löslich. Die basische Natur des Diphenylamins ist durchden Eintritt einer zweiten Phenylgruppe gegenüber dem Anilin nochbedeutend abgeschwächt; zwar tritt das Diphenylamin mit starken Säuren
1 A. W. Hofmann, Ann. 132, 163 (1864). — De Laibe, Girard u. Chapoteaut,Ztschr. Chem. 1866, 438. — E. Kopp, Ber. 5, 284 (1872). — Girard u. de Laire,Compt. rend. 74, 1558 (1872). — Merz u. Weith, Ber. 6, 1511 (1873); 13, 1298(1880). — Buch, Ber. 17, 2634 (1884). — Merz u. Müller, Ber. 19, 2901 (1886). —Graebe, Ann. 174. 180 (1874); 238, 363 (1887). — Herz, Ber. 23, 2540 (1890). —Lorry de Brüyn, Ztschr. f. physik. Chem. 10, 784 (1892).
V. Meyer u. Jacobsow, org. Chem. II. 12 (November 94.)