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Mono- und Diäthylanilin.
von Methyl- bezw. Aethylacetanilid reagirt, so kann man dies Verhaltenzum Nachweis und bei Messung der Temperaturerhöhung (oder Titrationdes unverbrauchten Essigsäureanhydrids) auch zur quantitativen Bestim-mung des Monoalkylanilins in technischen Dialkylanilinen benutzen 1 . —Sehr wichtig ist das Verhalten des Dimethylanilins gegen gelind oxydirendeMittel, wie Chloranil C 6 C1 4 0 2 , Kupferchlorid etc.; es geht in einen Tri-phenylmethanfarbstoff — das Methylviolett (vgl. dort), ein Gemisch von:
*fC 6 H 4 -N(CH 3 ) 2C C„H 4 -N(CH 3 ) 2I lc 6 H 4 -NH(CH 3 )Cl
*(C 6 H 4 -N(CH 3 ) 2und C C 8 H 4 .N(CH 3 ) 2
I lc 6 H 4 -N(CH 3 ) 2 Cl
I ________ I
—■ über; das Methankohlenstoffatom (*) wird bei diesem Process wahr-scheinlich dadurch geliefert, dass Methylgruppen des Dimethylanilinszunächst in Form des zu Condensationsreactionen sehr geneigten Form-aldehyds abgespalten werden; in der That kann man die Bildung desFormaldehyds bei Behandlung des Dimethylanilins mit Braunstein undverdünnter Schwefelsäure nachweisen. — Ueber Einwirkung von sal-petriger Säure etc. vgl. S. 174.
Monoäthylanilin 2 C 6 H 5 • NH(C 2 H 5 ) (Phmyl-äthyl-amin) siedet bei 206°; spec.Gew. bei 18°: 0-954; Schmelzpunkt des sauren Oxalats: 181°. — Diäthylanilin 3CjHs• N(C 2 H 5 ) 2 (Plienyl-diäthyl-amin) siedet bei 216—217°; spec. Gew. bei 18°: 0-939.
Darstellung von Monoäthylanilin im Laboratorium: Man lässt einGemisch von 50 g Anilin mit 65 g Bromäthyl im Wasserbade am Rückflusskühlersieden, bis es fast vollständig krystallinisch erstarrt ist 1 — 2 Stunden), löst daraufin Wasser, verjagt das unverändert gebliebene Bromäthyl durch kurzes Kochen,übersättigt' mit Natronlauge und schüttelt das nun abgeschiedene Basengemisch —Anilin, Mono- und Diäthylanilin — mit Aether aus. Nach dem Verjagen des Aetherslöst man dasselbe wieder in überschüssiger Salzsäure (100 g rauchende Salzsäure und500 g Wasser) und setzt zu der mit Eis gekühlten Lösung etwa 30 g Natriumnitrit.Während nun durch die Wirkung s der nascirenden salpetrigen Säure in salzsaurerLösung Anilin in wasserlösliches Diazobenzolchlorid, Diäthylanilin in ebenfalls lös-liches salzsaures Nitrosodiäthylanilin übergeht, scheidet sieh das Monoäthylanilin jetztals Aethylphenylnitrosamin C 6 H 6 • N(NO) • C 2 H 5 in Form eines dunklen Oeles ab. Manextrahirt dasselbe sofort mit Aether und führt es nach dem Verdampfen des Aethersdurch Beduction mit Zinn und Salzsäure in Aethylanilin über, wobei man ganzebenso verfahren kann, wie für die Reduction von Nitrobenzol zu Anilin (S. 166).
Durch Vereinigung mancher fett-aromatischer tertiärer Amine mitJodalkylen entstehen quaternäre Ammoniumjodide*; so bildet sich
1 Vgl. Vaubel, Cöthener Chem.-Ztg. 1893, 465.
2 A.W. Hopmann, Ann. 74, 128 (1850). Ber. 7,.527 (1874). — Elsbach, Ber.15, 690 (1882). — Pictet u. Crepieux, Ber. 21, 1111 (1888).
3 A. W. Hofmann, Ann. 74, 136 (1850). — E. Schiff, Ztschr. f. physik. Chem.1, 383 (1887).
4 Ladth, Bull. 7, 448 (1867). — A. W. Hofmann, Ann. 79, 11 (1851). Ber. 5,704 (1872). — Claus u. Eaütenberg, Ber. 14, 620 (1881). — Claus u. Howitz, Ber.17, 1324 (1884). — Merrill, J. pr. [21 17, 286 (1878). — Dafert, Monatsh. 4, 490(1883). — Geuther, Ann. 240, 69, 87 (1887).