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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Mono- und Di-methyl-anilin.

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besitzt man eine auch technisch sehr wichtige Methode zur Darstellungvon Anilinhomologen; Näheres vgl. S. 219, 227—228.

Die Abspaltung einer Alkylgruppe erfolgt auch sehr leicht bei der Einwirkungvon Acetylbromid auf tertiäre Amine 1 . Während Acetylchlorid bei gewöhnlicherTemperatur nicht einwirkt, reagirt Acetylbromid mit Dimethylanilin unter starkerErwärmung, indem einerseits Methylacetanilid, andererseits Trimethylphenylammonium-bromid entsteht:

2C 8 H 6 -N(CH 8 ) 2 + CH 8 -CO-Br = C 8 H 6 ■ Nf CH 3 ) 3 Br + C 8 H 6 -N(CH 3 )-CO-CH 8 .

Unter den einzelnen fett-aromatischen Aminen ragt an prak-tischer Bedeutung das Dimethylanilin hervor; Dimethylanilin gehörtzu den wichtigsten Zwischenprodukten der Theerfarhenindustrie; es dientzur Herstellung des Auramins, des Krystallvioletts, des Methylenblaus,Malachitgrüns etc. etc. In viel geringerem Umfang wird Diäthylanilinfür die Farbentechnik verwendet; auch Monomethyl- und Monoäthyl-anilin werden zwar technisch hergestellt, aber bei weitem nicht in sogrossen Mengen wie das Dimethylanilin.

Mouomethylaiiilin 2 C 6 H 5 • NH(CH 3 ) (Phenyl-methyl-amin) (zur Darstellungvgl. S. 173) ist eine farblose Flüssigkeit, siedet bei 193-5°, besitzt bei 15° das spec.Gew. 0-976 und giebt im Gegensatz zu Anilin mit Chlorkalk keine Farbenreaction,mit Schwefelsäure kein krystallisirtes Sulfat.

Dimethylanilin 3 C 6 H 5 -N(CH 3 ) 2 (Phenyl-dimethyl-amin) ist bei gewöhn-licher Temperatur flüssig, erstarrt bei +0.5°, siedet bei 193° und be-sitzt bei 20° das specifische Gewicht 0-957; seine Salze sind meist wenigkrystallisationsfähig; das Platindoppelchlorid (C s H n N.HCl) 2 PtCl 4 kry-stallisirt mit 2 Mol. H 2 0 in rubinrothen Säulen oder wasserfrei in roth-gelben Tafeln; das saure Oxalat C 8 H n N.C 2 H 2 0 4 bildet grosse, vierseitige,schiefe Tafeln vom Schmelzpunkt 139—140°; mit Chlorkalk färbt sichDimethylanilin nur schwach gelblich. — Ganz reines Dimethylanilin —frei von Anilin und Methylanilin — stellt man am besten durch De-stillation des Trimethylphenyliumjodids (vgl. S. 177) im Salzsäurestromdar; das technische Dimethylanilin (vgl. S. 173) ist jetzt fast ganzrein und enthält nur sehr geringe Mengen von Monomethylanilin. DaDimethylanilin (bezw. Diäthylanilin) bei gewöhnlicher Temperatur mitEssigsäureanhydrid zusammengebracht, sich nicht erwärmt, Monomethyl-oder -äthyl-anilin dagegen unter erheblicher Erwärmung und Bildung

1 Staedel, Ber. 19, 1947 (1886).

2 A. W. Hofmann, Ann. 74, 150 (1850). Ber. 7, 523 (1874); 10, 592 (1877). —Hepp, Ber. 10, 327 (1877). — Noelting u. Boasson, Ber. 10, 795 (1877). — Pictet.Ber. 20, 3422 (1887). — Pictet u. Crepieux, Ber. 21, 1111 (1888). — Pecci, Ber.25 e, 909 (1892).

3 A. W. Hofmann, Ber. 5, 705 (1872); 10, 597 (1877). —. Nietzki, Ber. 10, 474(1877). — E. u. 0. Fischer, Ber. 11, 2099 (1878). — Merrill, J. pr. [2] 17, 286 (1878).

— Reinhard u. Staedel, Ber. 16, 29 (1883). — E. Fischer, Ann. 190, 184 (1878).

- Eisenberg, Ann. 205, 265 (1880). — Brühl, Ann. 235, 14 (1886). — Reverdinu. de la Harpe, Ber. 22, 1004 (1889). — Giraüd, Bull. [3] 1, 691 (1889). — Harries,Ber. 27, 701 Anm. (1894).