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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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158 Darstellungscorschriflen für Nitrobenzol, Dmiiröbenxol, Metanitrotoluol.

veranlasst hat; diese von Baue entdeckte Verbindung (gelblichweisseNadeln vom Schmelzpunkt 9697°) besitzt nämlich einen äusserst inten-siven Moschusgeruch 1 und wird unter dem NamenMuse Baur" in denHandel gebracht; das Butyltoluol, durch dessen Nitrirung man diesenkünstlichen Moschus" erhält, findet sich in der Harzessenz (vgl. S. 110)und wird synthetisch aus Toluol durch Einwirkung von Isobutylchloridoder tert. Butylchlorid (vgl. Bd. I, S. 186187) in Gegenwart von Alu-miniumchlorid gewonnen.

Darstellung von Nitrobenzol im Laboratorium: Zu einem Gemischvon 150 g concentrirter Schwefelsäure und 100 g concentrirter Salpetersäure (spee.Gew. 1-41) fügt man 50g Benzol in kleinen Portionen, indem man häufig durch-schüttelt und durch zeitweilige Kühlung dafür Sorge trägt, dass die Temperatur nie-mals Handwärme erheblich übersteigt. Nach dem Eintragen erwärmt man noch1 I 11 Stunde gelinde unter öfterem Umschütteln auf dem Wasserbade, giesst daraufin etwa 1 Liter Wasser, wäscht das als schweres Oel abgeschiedene Nitrobenzol imScheidetrichter mit Wasser, trennt es nun vom Wasser und trocknet es durchStehenlassen mit Chlorcalcium; man reinigt es schliesslich durch eine Destillation,welche man unterbricht, wenn der Rückstand im Destillirkolben sich stark bräunt.

Darstellung von Metadinitrobenzol im Laboratorium: In ein Ge-misch von 100 g concentrirter Salpetersäure (spee. Gew. 1-47) und 160 g concentrirterSchwefelsäure trägt man nach und nach 75 g Nitrobenzol ohne Kühlung, aber unterhäufigem Umschütteln ein; man erwärmt darauf noch einige Zeit am Steigrohr imWasserbade und giesst dann in Wasser. Das kiystallinisch abgeschiedene Dinitro. benzol wird filtrirt, mit Wasser gewaschen, tüchtig abgesaugt und in heissem Alkoholgelöst; beim Erkalten krystallisirt das Metadinitrobenzol aus.

Aus den alkoholischen Muterlaugen des Metadinitrobenzols erhält man einGemisch von o-, m- und p-Dinitrobenzol. Hat man grössere Mengen dieser Rück-stände zur Verfügung, so kann man vortheilhaft daraus Orthodinitrobenzol dar-stellen; Methoden hierfür vgl. in der Originalliteratur 2 . Paradinitrobenzol wirdzweckmässiger aus Chinon (vgl. S. 147, 149) gewonnen 8 .

Darstellung von Metanitrotoluol (vgl. S. 155 156). 100 g Paraacettoluidid erhältlich durch 15-stündiges Kochen von 2 Thlu. p-Toluidin mit 3 Thln. Eisessig,Eingiessen des Reactionsproduktes in Wasser, Piltriren, Waschen und Trocknen des-selben werden mit einem Gemisch von 200 g gewöhnlicher concentrirter Salpeter-säure und 200 g rauchender Salpetersäure nitrirt. Man verfährt dabei derart, dassman das Acettoluidid in Portionen von 23 g zur Salpetersäure bringt, bis die Tem-peratur von 35° erreicht ist; von nun an kühlt man durch Einstellen in Wasser undträgt weiter kleine Portionen unter stetem Umrühren in solchem Tempo ein, dassdie Temperatur zwischen 35° und 40° bleibt; nachdem Alles eingetragen ist, rührtman noch einige Minuten um, lässt kurze Zeit stehen und giesst in viel Wasser. Dasabgeschiedene Nitroacettoluidid wird filtrirt, mit Wasser ausgewaschen, tüchtig ab-gesogen und endlich von dem anhängenden Wasser befreit, indem man es im Wasser-bade schmilzt und nach dem Erkalten das Wasser von dem wieder erstarrten Krystall-

1 Trinitrobutylbenzol riecht nicht nach Moschus. Vgl. Baüb, Ber. 27, 1610(1894).

2 P. Jannasch, Nachrichten von d. kgl. Gesellsch. d. Wissensch. u. d. Georgs-Angust-Universität zu Göttingen. Juli 1884. Lobry de Bruyn, Ber. 26, 266 (1893).Rec. trav. chim. 13, 106 (1894).

3 Vgl. die Citate Nr. 25, 26 u. 69 auf S. 153 u. 155.