Nitrirung in der Seitenkette.
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kuehen abgiesst. Das so gewonnene Nitroaeettoluidid löst man in möglichst wenigheissem Alkohol und setzt etwas mehr, als die nach der Gleichung:
CH 3 -C a H 8 (N0 2 XNH-CO-CH 8 ^ + KOH = CH 8 .C c H 8 (NO s )(NH 2 ) + OK-CO-CH,
berechnete Menge Aetzkali, in möglichst wenig Wasser gelöst, hinzu; die Beactionvollzieht sich unter kurzem Aufkochen, und beim Erkalten kryatallisirt das Nitro-toluidin in rothen Nadeln (Schmelzpunkt 116°). Letzteres wird nun in 3 Thln. Al-kohol gelöst und allmählich mit 3 Thln. concentrirter Schwefelsäure versetzt; nachdem Erkalten lässt man unbekümmert darum, ob ein Theil des Nitrotoluidins sichals Sulfat wieder abgeschieden hat, tropfenweise eine möglichst gesättigte wässerigeLösung von Natriumnitrit (etwas mehr als 1 Mo 1 .. NaN0 2 auf 1 Mol. Nitrotoluidin)unter häufigem Schütteln zufliessen, erhitzt darauf zur Vollendung der Reaction aufdem Wasserbade, bis die Stickstoffentwickelung aufhört, destillirt dann den Alkoholab, treibt das Nitrotoluol mit Wasserdampf über, trocknet es mit Chlorcalcium undrectificirt es.
III. Nitroverbindungen, deren Nitrogruppen in Seitenketten
gebunden sind.
Zur Gewinnung solcher Nitroverbindungen der aromatischen Reihe,welche den Nitroparaffinen analog sind, d. h. ihre Nitrogruppe im ali-phatischen Theil des Molecüls gebunden enthalten, scheint die Umsetzungvon Benzylchlorid und ähnlichen Halogen Verbindungen mit Silbernitrit:
C 6 H 6 .CH S -C1 + AgN0 2 = AgCl + C 6 H 6 • CH 2 • NO,
der gebotene Weg zu sein; indessen ist die Ausführung dieser Reactionnicht geglückt 1 .
Allein man ist durch andere Reactionen — zum Theil in un-erwarteter Weise ■— zu diesen Nitroverbindungen gelangt, deren Kennt-niss man namentlich Untersuchungen von H. Erdmann, P. Friekländer,Gabriel, Konowalow, Priebs verdankt.
Es hat sich nämlich einerseits gezeigt, dass aromatische Verbin-dungen mit ungesättigten Seitenketten bei der Behandlung mit Salpeter-säure bezw. salpetriger Säure oder Stickstofftetroxyd häufig Nitrogruppenin die Seitenketten eintreten lassen. So erhält man aus Styrol C 6 H 6 -CH:CH 2 , wenn man in seine stark abgekühlte ätherische Lösung sal-petrige Säure einleitet, reichlich das Phenylnitroäthylen C 0 H 5 -CH:CH-NO 2 .Zimmtsäure C 0 H 6 -CH:CH-CO 2 H liefert bei der Destillation mit Natrium-nitritlösung die gleiche Verbindung — vielleicht in Folge der Reactionen:
C 6 H 6 -CH:CH-C0 8 H + N s 0 4C 6 FI 6 • CH(N0 2 ) • CH(N0 2 ) • CO,Na
C 6 H 6 • CH(N0 2 ) • CH(NO.,) • C0 2 HC 8 H 6 -CH:CH(N0 2 ) + C0 2 + NaNO,.
Benzylidenphtalid C 6 H
C==CH-GH K
e"4 N
-CO
0
liefert durch Einwirkung von
1 Vgl. Bkunnee, Ber. 6, 965 (1873); 9, 1744 (1876). — van Renesse, Ber. 9,1454 (1876).