Jodoniumverbindungen.
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schlag aus. Fällt man die Lösung der freien Base mit gelbem Schwefel-ammonium, so entsteht ein dicker orangerother Niederschlag, welcherfrisch gefälltem Schwefelantimon täuschend ähnlich ist, bei Zimmer-temperatur aber sehr rasch unter Bildung von Jodbenzol und Phenyl-trisulfid C 6 H 6 -S 3 -C 6 H 6 zersetzt wird und demnach grösstentheils aus demTrisulfid (C 6 H 5 ) a J-S-S-S-J(C 6 H 5 ) 2 besteht; fällt man die Basenlösungmit Natriummonosulfid, so entsteht ein gelber Niederschlag des ein-fachen Sulfids [(C 6 H.) 2 J] 2 S, welcher sich ebenfalls schon bei Zimmer-temperatur zersetzt und dabei Jodbenzol und Phenylsulfid (C 6 H 5 ) 2 Sliefert:
(U 6 H 5 ) 2 Js = C 6 H 5 J + C 6 H 5 s [s = S 2 = 16
Ausser dieser einfachsten Jodoniumbase und einigen analogen Basen ist noch das
C 6 H 5 vPlieiiyl-Jodpheiiyl-Jodoiiiumhydroxyd j>J-OH untersucht; sein Sulfat ent-
J-G.H/
steht durch Lösen von Jodosobenzol in concentrirter Schwefelsäure:
C 6 H 3 -JO + H 2 0 = C 6 H 5 .J(OH).,,
.OHC 6 H-,-J(OH> 2 + C 6 H 5 -JO = C 6 H 5 -J< + H 2 Ü -t- 0
X C 6 H 4 .J
— ein Vorgang, dessen Beobachtung die Entdeckung der Jodoniumverbindungenherbeiführte; der nach obiger Gleichung austretende Sauerstoff entwickelt sich nichtals solcher, sondern, wird zur Oxydation eines kleinen Theils der Substanz ver-braucht. Das Jodid (C G H 5 )(J-C 6 H 4 )J-J ist ein gelber flockiger Niederschlag, schmilztbei 144° und zersetzt sich dabei in Mono- und Dijodbenzol:
C 12 H 9 J 3 = C 6 H 5 J -I- C 6 H 4 J 2 .
Durch die Existenz dieser höchst eigenthümlichen Basen und Salze,welche an die Sulfonium- 1 , Ammonium-, Arsonium-Verbindungen etc. er-innern, wird gezeigt, dass ein Complex, welcher aus einem Jodatom undzwei Phenylresten — also aus Bestandteilen. welche sonst negativwirken, — zusammengesetzt ist, stark basische Eigenschaften besitzt;aus dem Gesammtverhalten der Jodoniumverbindungen muss geschlossenwerden, dass der Complex:
/CA
X C 6 H Soder allgemeiner:
X R,(wo B, und B, l aromatische Radicale bedeuten) die Function eines demThallium ähnlichen Metalles besitzt.
1 Um die Analogie mit den Ammoniumbasen zum Ausdruck zu bringen, sollman nach Hartmanx u. V. Meyer (Ber. 27, 505 Anm.) die ältere Bezeichnung„Sulfinbasen" (vgl. Bd. 1, S. 217) in „Sulfoniumbasen a umändern.
V. Meykk u. Jacobson, org. Chem. 11. 9 (November 94.)