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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Jodoniumverbindungen.

anzusehen ist. Es sind also Verbindungen, deren Molecül an ein Jod-atum zwei aromatische Reste gelagert enthält, während die dritte Valenzdes Jodatoms in den Jodoniumbasen an die Hydroxylgruppe, in denJodoniumsalzen an einen Säurerest gebunden ist. Die Jodonium-basen sind in Wasser leicht lösliche, stark alkalisch reagi-rende Körper, welche in ihrem Verhalten sowie demjenigen ihrer Salzeeine auffallende Aehnlichkeit mit den Derivaten des Silbers, Bleies,namentlich aber des Thalliums zeigen. Sie entstehen durch Zer-setzung der Jodoso- und Jodo-Kohlenwasserstoffe unter verschiedenenBedingungen. Ein besonders glatter Process besteht in der Einwirkungvon feuchtem Silberoxyd auf ein inniges Gemisch äquivalenter Mengenvon Jodosobenzol und Jodobenzol; die Reaction verläuft unter Abspal-tung von Jodsäure:

.OH

C 8 H 6 -JO + J0 2 -C 6 H 5 + AgOH = C 8 H 5 .J

r

^H 5

+ AgJ0 3 ,

und man erhält eine wässerige Lösung, aus welcher Jodkalium dasjodwasserstoffsaure Salz der entstandenen Base das JMphenyljodo-

in iniumjodid (C B H 5 ) 2 J . J -als krystallinischen Niederschlag ausfällt, der

in heissem Alkohol recht schwer löslich ist und daraus in langen, weniggelbstichigen Nadeln krystallisirt; dieses Jodid seiner Zusammen-setzung nach ein Polymeres des Jodbenzols zersetzt sich beim Er-hitzen fast quantitativ in Jodbenzol:

C, jHj 0 J 2 = 2 C 6 H ä J

ein Vorgang, welcher "dem Zerfall von quaternären Ammonium-jodiden in tertiäre Amine und Halogenalkyle (vgl. Bd. I, S. 245) analogerscheint. Durch Verreiben des Jodids mit feuchtem Silberoxyd erhältman eine wässerige Lösung, welche die freie Base Diphenyl-

/ C 6 H Ö

jodoniumhydroxyd J^-C fl rL enthält, stark alkalisch reagirt,

\0Hdie Lösungen von Schwermetallen fällt, sich unter theilweiser Zersetzungconcentriren lässt und von Natriumamalgam in der Kälte theilweise zuBenzol und Jodwasserstoffsäure reducirt wird, während ein andererTheil sich mit der derart gebildeten Jodwasserstoffsäure als unlöslichesJodid niederschlägt:

2(C 6 H 5 ) 2 J(OH) + 4H = (C 6 H 5 ) 2 J-J + 2C 6 H 6 + 2H 2 0.

Aus der Basenlösung kann man durch Neutralisation mit Säuren andereSalze darstellen, wie (C 6 H S ) 2 J-C1, (C 6 H 6 ) 2 J-N0 3 etc., welche zum Theilsehr schön krystallisiren und vielfach an die Salze der Schwermetalle,namentlich des Thalliums, erinnern; so ist das Carbonat und Nitrat inWasser leicht löslich, dagegen fallen Chlorid und Bromid als weissekrystallinische Niederschläge, Dichromat als feurig orangefarbener Nieder-