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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Die Filtig'sche Synthese.

C 6 H 6 Br + C,H 5 Br + 2 Na = 2 NaBr + C 6 H 5 C 2 H 5

C e H 2 rCH 3 ) 3 Br + CH 3 J + 2 Na = NaBr + NaJ + C 6 H 2 (CH 3 ) 4

C 6 rL,Br 2 + 2CHJ + 4 Na = 2 NaBr + 2 NaJ + CgH^CHj), etc.

In zahlreichen Fällen ist dieseFiTTio'sche Synthese" 1 angewendetworden; sie erwies sich als ein vortreffliches Mittel zur Reindarstellungund Constitutionsbestimmung der Benzolhomologen, welche sich im Stein-kohlentheer finden, sowie zur Herstellung vieler anderen Homologen,welche erst durch ihre Anwendung bekannt wurden. Mit ihrer Hülfelieferten Fittig u. Tollens den endgültigen Beweis, dass das Toluol einMethylbenzol ist; mit ihrer Hülfe stellte Jannasch einige der einfachstenBenzolhomologen das Paraxylol, Durol und Isodurol zuerst in reinemZustand dar. Zur Ausführuug der FiTTiö'schen Synthese (vgl. untenein Beispiel) bringt man das Natrium in feinen, blanken Scheiben mitdem Gemisch der beiden Halogen Verbindungen, das durch ein indiffe-rentes, trockenes Lösungsmittel gewöhnlich Aether, zuweilen Petroleum-äther, Benzol etc. verdünnt ist, in der Kälte zusammen; die Reactionpflegt dann nach einiger Zeit unter beträchtlicher Wärmeentwickelung,welche durch äussere Kühlung einzuschränken ist, einzutreten; zuweilenkann man sie durch Zusatz von etwas Essigester beschleunigen; zuweilenbedarf es auch höherer Temperatur, um sie in Gang zu bringen bezw.zu vollenden. Bemerkenswerth ist, dass die Reaction besonders glattbei Anwendung von hochmolecularen, normalen, primären Alkylhalogenen wie Octyljodid, Cetyljodid etc. verläuft 2 .

Als eine Anwendung der WuETz'schen Reaction in ihrer ursprüng-lichen Form lassen sich von derFiTTiG'schen Synthese" diejenigenReactionen 3 unterscheiden, bei welchen man ein in der Seitenkette halo-genirtes aromatisches Halogenderivat, wie Benzylchlorid C 6 H 5 -CH 2 C1,mit einem aliphatischen Halogenälkyl combinirt, z. B.:

C 6 H 5 CH 2 -Br + BrCH 2 CH 2 CH 2 CH 3 + Na s

= 2 NaBr + C 6 H 5 -CH 2 -CH 2 -CH 2 -CH 2 -CH 3 .

Darstellung von Paraxylol 4 nach der FiTTia'schen Reaction: Manschüttelt 150 ccm käuflichen Aether dreimal mit dem gleichen Volum Wasser durchund lässt den so von Alkohol möglichst befreiten Aether etwa eine halbe Stundeüber viel Chlorcalcium stehen. Darauf giesst man 100 ccm des derart getrocknetenAethers in einen am Rückflusskühler befindlichen Rundkolben von 3 /< 1 Inhalt, inwelchem sich 25 g Natrium in möglichst dünne Scheiben geschnitten befinden.Nachdem die anfangs ziemlich lebhafte Wasserstoffentwickelung aufgehört hat, fügtman eine Mischung von 80 g Jodmethyl und 50 g Para-Dibrombenzol hinzu. DieFlüssigkeit geräth nun nach einiger Zeit von selbst in gelindes Sieden; nöthigenfalls

1 Ausführliche Behandlung derselben vgl. bei Elbs, Synthetische Darstellungs-methoden d. Kohlenstoff-Verbindungen (Leipzig 1891), Bd. II, S. 56 ff.

2 Vgl. Schweinitz, Ber. 19, 641 (1886). Krafft u. Göttio, Ber. 21, 3184 (1888).

3 Vgl. Radsziszewski, Ber. 9, 261 (1876). Aronheim u. Köhler, Ber. 8, 509(1875). Schramm, Ann. 218, 388 (1883). Monatsh. 9, 621 (1888\

* Vgl. Jannasch, Ber. 10, 1356 (1S77).