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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
Entstehung
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Vorkommen und Bildung von BenxolkohlenwasserStoffen. 95

ölen, Holzölen und von Petroleumdämpfen (vgl. S. 88) zurückzuführen.Es verdient hevorgehoben zu werden, dass in den Produkten dieserpyrogenetischen" Processe von den Homologen des Benzols fast aus-schliesslich die Methylderivate (Toluol, Xylole etc.) aufgefunden sind;für eine pyrogenetische Bildung von Homologen mit längeren Seiten-ketten lässt sich als Beispiel nur das Vorkommen geringer Mengen vonAethylbenzol 1 im Steinkohlentheer und im Knochentheer und der Nach-weis von Diäthjltoluol im kaukasischen Erdöl 2 anführen. Die im Stein-kohlentheer aufgefundenen Benzolkohlenwasserstoffe sind in der TabelleNr. 47 auf S. 102 durch ein Sternchen hervorgehoben.

Zur Erklärung dieser complicirten Processe, welche uns das Benzolstets in Gemeinschaft mit seinen Homologen und anderen aromatischenKohlenwasserstoffen liefern, ist häufig Berthelot's 3 schon mehrfacherwähnte (Bd. I, S. 456457, Bd. II, S. 79), höchst interessante Beob-achtung herangezogen worden, nach welcher sich Benzol (neben Styrol,Naphtalin etc.) aus Acetylen bei hoher Temperatur bildet.

Auch ein zweiter synthetischer Process, welcher von einfachen Ver-bindungen der Fettreihe zu Homologen des Benzols führt, ist schonmehrfach erwähnt: die Bildung von Mesitylen (symmetrischem Trimethyl-benzol) durch Condensation von Aceton mit concentrirter Schwefelsäure 4(vgl. Bd. I, S. 411). Die Entstehung von Mesitylen bezw. Hexamethyl-benzol aus Allylen bezw. Dimethylacetylen unter der Einwirkung vonSchwefelsäure (vgl. Bd. I, S. 462463) dürfte wohl ebenfalls auf. eineCondensation von Ketonen zurückzuführen sein, welche zunächst ausden ungesättigten Kohlenwasserstoffen durch Wasseranlagerung hervor-gehen.

Während diese Reactionen Uebergänge aus der Fettreihe zuden aromatischen Kohlenwasserstoffen darstellen, sind nunmehrzwei höchst wichtige Methoden zu besprechen, welche den Uebergangvon niederen Gliedern zu höheren Gliedern innerhalb derReihe der Benzolkohlenwasserstoffe selbst ermöglichen.

Die von Wüetz aufgefundene Synthese aliphatischer Kohlenwasser-stoffe durch Einwirkung von Natrium auf Halogenalkyle (vgl. Bd. I,S. 125126) modificirten Tollbns u. Fittig 5 1864, indem sie dasNatrium auf das Gemisch eines aromatischen Halogenderivats mit einemHalogenalkyl reagiren Hessen. In dieser Form kann sie zur Herstellungvon Homologen des Benzols dienen, z. B.:

1 Vgl. die Citate Nr. 18 u. 50 zur Tabelle Nr. 47 auf S. 104.- Markownikow, Ann. 234, 89 (1886).

3 Compt. rend. 63, 479 (1866). Bull. 7, 303 (1867). Ann. 141, 173 (1867).

4 Kane, Berz. Jb. 18, 479 (1839). Fittig u, Brückner, Ann. 147, 42 (1868). Varenne, Bull. 40, 267 (1883). Orndorff u. Young, Cöthener Chem. Ztg. Repert.1893, 142. Küster u. Stallberg, Ann. 278, 210 (1893).

5 Ann. 131, 303 (1864).