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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Condensationen der Seitenketten.

Verhalten wesentlich verändert werden kann, wenn gewisse andere Sub-stituenten zu ihm in der Ortho- oder Parastellung sich befinden, dassaber dieser modificirende Einfluss von den gleichen Substituenten nichtausgeübt wird, wenn sie von der Metastellung aus wirken.

Diese auffallende Erscheinung steht wohl sicherlich im Zusammenhang mit derConstitution des Benzolkerns; man wäre daher berechtigt, den an eine wahrschein-liche Benzolformel zu stellenden Anforderungen (S. 4748) diejenige noch hinzu-zufügen, dass sie für diese allgemeine Erscheinung einen Grund erkennen lässt 1 .Es sei darauf hingewiesen, dass sich bei dem SACHSE'schen Benzolmodelle (vgl.S. 6364) die Affinitätspunkte, welche die Substituenten 1, 3 und 5 tragen, in einerEbene befinden, die Affinitätspunkte 2, 4 und 6 dagegen in einer anderen, zur erstenparallelen Ebene. Ein Metadiderivat enthält demnach die beiden Substituenten ineiner und derselben Hauptebene, Ortho- und Paraderivate dagegen enthalten sie aufdie beiden Hauptebenen vertheilt.

Eine gleichzeitige Substitution mehrerer Benzolwasserstoffatomedurch ein mehrwerthiges Atom ist bisher niemals beobachtet. Ver-bindungen, wie C 6 H 4 0, C 6 H 4 =S, C 6 H 4 :NH, C 6 H 3 iN, C 6 H 4 : CH 2 ,scheinen nicht existenzfähig zu sein. Schon in der ersten Zeit derEntwickelung der Benzolchemie hat Kekulü 2 das Auftreten derartigconstituirter Verbindungen alsder Theorie nach nicht möglich" be-zeichnet; die Erfahrung hat diese kühne Prognose bestätigt.

Dagegen können mehrwerthige Substituenten noch ausserhalb desBenzolkerns mit einander in Verbindung treten, so dass Verbindungenentstehen, welche man sich durch Vertretung zweier Benzolwasserstoff-atome durch ein mehrwerthiges Radical zu Stande gekommen denkenkann, z. B.:

-NH XC 6 H 4 ^N

N^

C 8 H 4 ^CH

W

C B H,

-CH 2 * CH,

CH 2 CH 2

derartigeCondensationen der Seitenketten" hat man in zahllosen Fällenbei Orthoderivaten beobachtet, z. B.:

-CO

\

0

-CO'

s

-N

CH

v-N=CHJ-N=CH

-CH»

-CO

>CH,

nur in seltenen Fällen dagegen bei anderer Substituentenstellung, z.B.:

N------N

so»0

1 Vgl. auch Vadbel, J. pr. [2] 44, 141 (1891); 49, 308 (1894).8 Chemie der Benzolderivate Bd. I, S. 5 (Erlangen 1867).