Druckschrift 
3 (1910) Wurzeln
Entstehung
Seite
9
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

9

führt auch Senega aus. Die russischen Ostseehäfen erhalten jährlich imMittel 30004000 kg, die russischen Häfen am Schwarzen Meer bis 1000 kg,Beigion bis 1500 kg. Italien ist in letzter Zeit ebenfalls ständiger Ab-nehmer geworden (10004000 kg). Gelegenheitskäufer sind Holland,Spanien, Triest, Japan, Argentinien, Chile. Als Rückkäufer treten dieVereinigten Staaten auf (zu Spekulationszwecken ?). Im allgemeinen istder Export aber nicht bedeutend und betrug (in Kilogrammen) 1899:5160, 1902: 15 310, 1905: 10 990, 1908: 7470.

Bringen wir von der jährlichen Durchschnittseinfuhr von 45 000 kgden Export seewärts mit insgesamt 15 000 kg (hoch geschätzt) in Ab-rechnung, nehmen wir ferner den deutschen Grenzexport mit der Eisen-bahn mit etwa 5000 kg an- und lassen die Lagerbestände außer Rechnung,dann dürfte der deutsche Bedarf auf ungefähr 25 000 kg im Jahre be-wertet werden. Jedenfalls ist die Senegawurzel eine Droge, die trotz dervielen chemischen Erzeugnisse im Gebrauch nicht zurückgegangen ist.Ja die Anwendung würde voraussichtlich noch zunehmen, wenn die Drogebilliger würde. Bei dieser Gelegenheit sei eine Bemerkung über den An-bau gestattet.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ließe sich Senega in geeignetenGegenden Deutschlands kultivieren. Jedenfalls ist ein Versuch, schonvom wissenschaftlichen Standpunkte, nur anzuraten. Leider ist es schwer,keimfähigen Samen zu erhalten. So sind wir bekanntlich selbst über diephysiologische Bedeutung des anatomischen Baues der Wurzel nur aufWahrscheinlichkeitsgründe angewiesen; denn trotzdem Arthur Meyerschon vor Jahrzehnten den Wunsch nach lebenden Pflanzen aussprach,sind solche bei uns noch nicht gezogen, fehlen sogar, wenn ich recht unter-richtet bin, in unseren botanischen Gärten. Es wäre nun ein Ver-suchmitdemBezuglebenderRhizome ingeeigneterVerpackung anzuraten, sind doch lebende Hydrastisrhizomegleichfalls in gutem Zustande hier angekommen. Diese Angelegenheitmöchte ich daher unseren Drogenfirmen, wie Caesar & Loretz,Gehe & Co. u. a., empfehlen.

Radix Valerlanae: Wie bekannt, stammen folgende Handelssortenaus deutschen Kulturen. Sächsischer (Bockau, Lauter, Zschorlau) undfränkischer Baldrian (Schweinfurt), sie haben überwiegend örtliche Be-deutung, ferner Harzer (Aschersleben, Ballenstedt, Ringleben) undThüringer Baldrian (Kölleda, Neuhausen, Gebesee). Eine gute ThüringerMittelernte schätzen G e h e & C o. auf 800900 Zentner, also auf etwa50 000 kg. Deutschland ist auf Zufuhren aus den Kulturen Belgiens an-gewiesen. Nach Hamburg kamen aus Belgien 1899: 45 800 kg (30 600 M),1902: 25 800 kg (11 100 M), 1905: 24 500 kg (11 900 M), 1908: 35 500 kg(14 380 M). 1908 empfing ferner Hamburg aus Holland 6100 kg (3300 M)und aus Japan (!) 3700 kg (3140 M).

Börsenbuchdruckerei Denter <fc Nicolas, Berlin C.