Transitposten. Auch die aus Frankreich kommende Droge ist nichtfranzösischen Ursprungs (Frankreich hat im Süden eigene Kulturen),sondern spanischer Herkunft. Diese Mengen gelangen von Valencia oderüber Barcelona nach Marseille und von dort nach Hamburg. Die aus denrussischen Ostseehäfen kommende Ware ist überwiegend sogenanntesUralsüßholz, das in Nizny-Nowgorod zur Messe gehandelt wird. Wahr-scheinlich ist es aber nur aus dem europäischen Rußland, denn das ausdem südlichen Sibirien und dem russischen Turkestan kommende Süß-holz wird derartige Umwege nicht nehmen, sondern in den Häfen amSchwarzen Meere verschifft werden.
Syrisches Süßholz wird für die Folge nur in geringen Mengen nachDeutschland kommen, da ein amerikanischer Trust, der seinen Sitz inAleppo hat, die ganze dortige Ernte aufkauft. Ueber die Herkunft unddie Transportwege der „aus" Arabien stammenden Droge lassen sichnur Vermutungen anstellen. In Arabien wächst wohl kein Süßholz. Ent-weder ist es aus dem Innern von Kleinasien auf der alten Handelsstraßeheruntergekommen und in Koweit verladen, oder aber es handelt sich umSüßholz aus Turkestan-Persien, vielleicht auch um Produkte der Nilländer.Daß nämlich nicht die ganze Ernte aus dem in letzter Zeit vielgenanntenTschardjui 2 )-Gebiet nach dem Schwarzen Meere geht, sondern daß aus demsüdlichen Teil dieses Hauptproduktionslandes ein Teil nach Süden gelangtund in Bender Abbas verladen wird, scheint aus der Statistik hervorzugehen,die auch zeigt, um wie viel mehr russisches als spanisches Süßholz zu unsgelangt. Letzteres ist sehr gefragt, ersteres immer reichlich vorhanden.
Hamburg führt auch Süßholz aus und zwar in folgenden Mengen:
1897 .
. . 50 100 kg
1903 . .
. . 71 500 kg
1898 .
. . 42 000 „
1904 . .
. . 82 900 „
1899 .
. . 42 040 „
1905 . .
. . 69 000 ,,
1900 .
. . 77 700 „
1906 . .
. . 143 300 „
1901 .
. . 76 400 „
1907 . .
. . 191 100 „
1902 .
. . 574 600 „
1908 . .
. . 68 600 „
Ständige Käufer sind die Vereinigten Staaten, Schweden, Norwegen,Gelegenheitskäufer ist Holland; das meiste nimmt Nordamerika.
Nach Abzug des Exportes sind jährlich 239 209 kg Süßholz beiuns geblieben.
Hier anschließend seien einige Bemerkungen über den Succus-Markt gemacht.
Zufuhren:
(146,8 M)(154,9 „)(138 „)(133,7 „)(125 „)(129,8 „)(129,7 „)(131 „)
8) Tschardjui, Stadt, nahe am rechten Ufer des Amu-Darja unterm 39. Grad n. Br. DieDroge gelangt, ohne umgeladen zu werden, mit der Bahn über Merw nach Krasnowodsk, weitermit der Fähre über den Kaspischen See nach Baku, mit der Bahn über Tiflis nach Batumj vondort fast ausschließlich nach Amerika.
1897 . .
249 100
1898 . .
290 400
1899 . .
235 400
1900 . .
260 400
1901 . .
262 100
1902 . .
266 200
1903 . .
384 400
1904 . .
334 700
A u s f u
h r e n:
65 800 kg (151,6 M)
100 000 „
(171
„)
73 000 „
(169
.,)
92 700 „
(170,9
„)
88 800 „
(155,9
• •)
71 800 „
(163
,.)
133 500 „
(153
,,)
119 400 „
(164,9
„)