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Die Genußmittel.
5. Freie Mineralsäuren.
a) Schwefelsäure: Einengen von 100—200 com Branntwein undPrüfung mit Methylviolett. Siehe unter „Essig", S. 374.
b) Salzsäure: Destillation von 100—200 ccm Branntwein undPrüfung des Destillates mit Silbernitratlösung.
Freie Schwefelsäure beobachtete G. W. Mayer im Rum. Ztschr. öff. Chem-1901. 7, 144.
6. Nachweis und Bestimmung von Blausäure.
Die Blausäure ist im Zwetschen- und Kirsi-hbranntweine teils frei, teils M>Benzaldehyd zu Benzaldehydcyanhydrin (C 6 H 5 0OH-CNH) verbunden. Vergi-lt. Windisch, Arb. a. d. Kaiserl. Ges.-Amte 1895. 11, 285; 1898. 14, 309.
a) Nachweis der freien Blausäure. 10 ccm Branntwein werdenin einem Probierröhrchen mit 1.5 ccm einer frisch bereiteten Guajak-tinktur 1 und 3 Tropfen einer 0.5 proz. Kupfersulfatlösung versetzt unddie Mischung umgestülpt. Bei Gegenwart von freier Blausäure färb*sich die Flüssigkeit blau.
Die entstandene Färbung- kann man behufs quantitativer Bestimmung " eBlausäure mit einer frisch bereiteten Versuclissknla vergleichen, welche aus einemmit 50 proz. Alkohol verdünnten Kirschlorbeerwasser hergestellt wird, dessen ^ „Säuregehalt mit Silberlösung festgestellt ist; man wählt die Verdünnung so, d*"die VergleichsrlUssigkeiten 2—10 mg Blausäure enthalten.
b) Nachweis der gebundenen Blausäure. 10 ccm Branntweinwerden mit Alkalilauge alkalisch gemacht. Nach 3—5 Minuten wirddie Flüssigkeit mit Essigsäure ganz schwach sauer gemacht und zumNachweise der nunmehr in freiem Zustande vorhandenen Blausäure ver-fahren wie unter a). Enthält ein Branntwein gleichzeitig freie und gbundene Blausäure, so führt man die Guajakkupferprobe mit und onnvorhergehende Behandlung der gleichen Menge Branntwein mit AI»*aus und vergleicht die Stärke der Blaufärbung. Um die Unterschied 6der letzteren besser zu Tage treten zu lassen, muß man mitunter deBranntwein mit Wasser verdünnen.
c) Bestimmung der Gesamtblausäure. 2 Mindestens lOOccBranntwein bezw. deren Destillat, wenn Chloride anwesend sind, wert* 6mit Ammoniak stark alkalisch gemacht, mit einer überschüssigen Me n oSilbernitratlösung (3.1496 g AgN0 3 in 1 Liter; 1 ccm = 0.5 mg l 5la "j,säure) versetzt und sofort mit Salpetersäure angesäuert. Man füll*' a300 ccm auf, filtriert durch ein trocknes Filter und titriert in elI]e ,abgemessenen Teile des Filtrates mit Bhodanammonlösuug (welche *obige Silberlösung eingestellt ist 3 ) unter Zusatz von 5 ccm kaltgesättig 1Eisenammonsulfatlösung (Eisenalaun) als Indikator das überschüssiggesetzte Silber zurück. Die zugesetzten Kubikzentimeter Silberlösu »»
1 Guajaktinktur: 5 g Guajakharz werden mit 100 ccm 50 proz. A 1 »bis zur weingelben Färbung der Lösung extrahiert. Vergl. J. Nessle!" ^M. Barth, Ztschr. analyt. Chem. 1883. 22, 37. — 2 Nach K. Amtho^r
J. Zink, Fottchungsber. 1897. 4, 362.ca. 1.6 g Salz.
3 Die Khodanammonlösung " n