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Kurzes Lehrbuch der Nahrungsmittel-Chemie : mit 21 Abb.
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Animalische Nahrungsmittel.

glas und dunstet denselben ab. Aus dem Rückstand wird das Phyto-sterin bezw. Cholesterin durch Umkristallisieren aus absolutem Alkoholrein dargestellt. Über die Kristallformen des Cholesterins und desPhytosterins siehe A. Bömer 1. c.

Nach F. Wirthle 1 genügt es meist, 25 g Fett zu verarbeiten; erfindet einen etwas größeren Wasserzusatz zur alkoholischen Seifenlösungvorteilhafter (130 ccm Wasser statt 100 com bei Anwendung von 25 g).

Vergl. auch E. v. Baumer, Ztschr. angew. Chem. 1898, 555; H. Kreisu. O. Wolf, Chem.-Ztg. 1898. 22, 805; C. Virchow, Ztschr. f. Unters, d. Nahr.-u. Genußm. 1899. 2, 559. (Phytosterin geht aus phytosterinhaltiger Nahrung[Baumwollsamenöl u. s. w. | nicht in das tierische Fett über).

Über die Böhmersche Phytosterinacetatprobe siehe Ztschr.f. Unters, d. Nähr.- u. Genußm. 1901. 4, 1070.

Zum Nachweise von vegetabilischen Ölen in tierischen Fetten kannferner noch dienen die Bestimmung der Jodzahl der flüssigenFettsäuren nach dem Verfahren von J. Muter und L. de Koningh 2unter Berücksichtigung der Arbeit von F. Wallenstein und H. Fink 3 .Vgl. A. Bömer, Ztschr. f. Unters, d. Nähr.- u. Genußm. 1898. 1, 534;ferner R. Benedikt und F. Ulzer, 1. c. 169.

q) Mikroskopische Prüfung. 4

1 2 g des geschmolzenen Fettes werden in einem Reagensrohr in10 ccm Äther gelöst; das Rohr wird mit einem Wattepfropf verschlossenund die Lösung an kühlem Orte der Kristallisation überlassen. Sobaldder Boden des Glases, aber nur dieser, mit Kristallen bedeckt ist, wirddie überstehende Flüssigkeit, die noch ganz klar sein muß, vorsichtigabgegossen und an deren Stelle einige Kubikzentimeter farbloses Arachis-oder Kottonöl gegeben. Haben sich die Kristalle mit Öl umhüllt, sofischt man mittels einer Platinöse eine Kristalldruse heraus und bringtsie mit Öl auf einen Objektträger, drückt mit einem Deckgläschen vor-sichtig auseinander und beobachtet bei 300facher Vergrößerung.

Das aus dem Äther zuerst Herauskristallisierende besteht bei Gegen-wart von Rindstalg fast nur aus Kristallen von Rindstearin; Hammel-talg kristallisirt nicht so schön aus; von letzterem ist erst ein Zusatzvon 15%' von ers t er em ein Zusatz von 5°/ 0 nachweisbar. Rindsstearinbildet große Büschel, die von einem Punkte ausgehend sich ver-breitern, teils gerade, teils gebogen sind und aus vielen einzelnen Nadelnbestehen.

Schweinestearin bildet keine Nadeln, sondern wohl ausgebildetePlatten, die auch von einem Knotenpunkte ausgehend, am Ende schrägabgeschnitten erscheinen.

1 Chem.-Ztg. 1899. 23, 250. 2 Analyst 1889. 14, 61. 3 Chem.-Ztg.1894. 18, 1189. * Belfield, Bep. anal. Chem. 1883. 3, 383; A. Goske«Cliem.-Ztg. 1892. 16, 1597 u. 1895. 19, 1043; C. A. Neufeld, Arch. f. Hyg-1893. 17, 542.