86
Animalische Nahrungsmittel.
1. Bestimmung des Wassergehaltes. Eine abgewogene Mengedes sorgfältig zerkleinerten und gemischten Fleisches wird zunächst beica. 50° vorgetrocknet und schließlich bei 100—105° zur völligen Trocknegebracht. Zersetzung durch Sauerstoffaufnahme! '
2. Bestimmung der Mineralbestandteile (Asche). 5 —10 gSubstanz werden in gewogener Platin schale anfangs bei kleiner Flammeverbrannt. Öfteres Entfernen der Flamme für kurze Zeit beschleunigtdie Verbrennung. Wiegen des erkalteten Rückstandes.
Eventuell wird die nach mäßigem Erhitzen noch vorhandene Kohlemit heißem Wasser ausgelaugt, das Ganze durch ein aschefreies Filter(oder ein Filter von bekanntem Aschengehalt) filtriert und mit wenigWasser gewaschen. Das Filter mit dem Rückstande wird in der Platin-schale getrocknet und vollständig verascht, dann wird das Filtrat nachdem Erkalten der Schale hinzugegeben, auf dem Wasserbade unter Zu-satz von Ammonkarbonat eingedampft, nochmals schwach geglüht undnach dem Erkalten gewogen.
3. Bestimmung einzelner Mineralbestandteile.
a) Phosphorsäure. Eine abgewogene Menge der Fleischwarewird in einer Platinschale verkohlt, die Kohle mit heißer verdünnterSalpetersäure ausgezogen, der Auszug abfiltriert, die Kohle wiederholtausgewaschen und schließlich mit dem Filter verascht. Die Asche wirdmit Salpetersäure befeuchtet, mit heißem Wasser aufgenommen und dieLösung zu dem in einem Becherglase von etwa 200 com Inhalt befind-lichen ersten Auszuge gegeben. I>ie Flüssigkeit wird nun, zur Über-führung etwa gebildeter Pyrophosphate in Orthophosphate, im Wasser-bade eingedampft, der Rückstand mit verdünnter Salpetersäure aufge-nommen und, wie unten, mit Molybdänlösung versetzt.
Oder die vorschriftsmäßig gewonnene Asche wird mit etwas Sodaund Salpeter geschmolzen, die Schmelze mit heißem Wasser und Salpeter-säure aufgenommen und dann mit soviel Molybdänlösung 2 versetzt, daßdie Flüssigkeit auf 0.1 g P 2 O 0 nicht weniger als 50 ccm Molybdän-lösung enthält. Der Inhalt des Becherglases wird im Wasserbade aufca. 80—90" C. erhitzt, einige Stunden beiseite gestellt — die überdem Niederschlage stehende Flüssigkeit sei wasserklar —, filtriert undder Niederschlag mit Ammonnitratlösung 3 ausgewaschen. Man stellt
' Die Trockensubstanz wird für eine etwaige Bestimmung von Stickstoff, Fett,Stärke etc. aufgehoben. — 2 Molybdänlösung nach Wagner-Stutzer; 160gmolybdänsaures Ammon werden in möglichst wenig Wasser gelöst, 400g Ammonnitrathinzugefügt, die Flüssigkeit mit Wasser zu I Liter verdünnt and diese Lösung in1 Liter Salpetersäure von Mit spez. Gew. langsam unter Umrühren eingegossen. DieSo bereitete Lösung wird 24 Stdn. bei ca. 85° C stehen gelassen, und falls eingelber Niederschlag von phosphonnolybdänsaurem Ammon entsteht, filtriert. —Der bei längerem Aufbewahren der Molybdänlösung entstehende gelbe Bodensatzbesteht aus einer gelben Modifikation der Molybdänsäure. — 3 150 g Ammon-nitrat werden mit 10 ccm Salpetersäure (1.19 spez. Gew.) und Wasser zu I Liter