431 —
ab, J ) fugt tropfenweise Salzsäure hinzu, bis die rote Farbe wiederverschwindet, wiederholt das Kochen, Abkühlen und Zusetzen der»Salzsäure, bis auf erneutes Kochen die rote Farbe nicht wiederkehrt.Diese Art des Titrierens ist freilich umständlich und zeitraubend,aber außerordentlich genau und jedem Anfänger sehr zu empfehlen.
Beim Titrieren von Laugen mit x / 10 n. Säuren, unter Anwendungvon Methylorange, beobachtet man keinen scharfen Umschlag vonGelb in Braunrot, wie dies bei 1 j i und 1 j l Normallösungen der Fallist, sondern es tritt zuerst eine braun orange Übergangsfarbeund dann, auf Zusatz von 1—2 weiteren Tropfen der Säure, diereine Rosafarbe auf. Der richtige Endpunkt ist der Umschlag vonGelb in Braunorot. Nur bei Gegenwart von viel Karbonattritt dieser Umschlag etwas zu früh auf, weil die freigesetzte Kohlen-säure, entgegen den früheren Ansichten ebenfalls färbend auf dasMethylorange wirkt. 2 )
Von der störenden Wirkung der Kohlensäure macht man sicham sichersten unabhängig, indem man in der Kälte auf den erstenFarbenumschlag titriert, dann die Kohlensäure durch Kochen ver-treibt und die nun gelb gewordene Lösung nach dem Abkühlenweiter auf dieselbe braune Nuance weiter titriert.
Bei Gegenwart von wenig Karbonat ist die durch Kohlensäureverursachte Störung so gering, daß sie vernachlässigt werden kann.
Die Titerstellung der Oxalsäure mit kohlensäurehal-tiger Lauge wird ebenfalls am besten mit Phenolphtalein in derHitze ausgeführt. Dabei verfährt man wie folgt: Man mißt 40 ccm1 / 10 n. Natronlauge in eine Eorzellanschalo ab, fügt einige TropfenPhenolphtalein hinzu und läßt die zu prüfende Oxalsäurelösung auseiner Bürette bis zur Entfärbung der Lösung zufließen.
Hierauf erhitzt man die Probe im Wasserbade, bis die roteFarbe wiederkehrt, entfärbt durch Oxalsäure und erhitzt wieder etc.,bis durch erneutes Erhitzen die rote Farbe nicht wieder zum Vor-schein kommt. Diesen Punkt erreicht man erst nach dem Ein-dampfen zur Trockene und Wiederaufnehmen des trockenen Rück-stands mit 3—4 ccm destillierten Wassers, wobei immer eineschwache Kotfärbung zu konstatieren ist. Setzt man nun noch einenBruchteil eines Tropfens Oxalsäure hinzu, so verschwindet die roteFarbe und kehrt nach dem Eindampfen zur Trockene und Wieder-aufnehmen mit Wasser nicht wieder.
Bemerkung. Früher pflegte ich das Kochen dei Lösung überfreier Flamme vorzunehmen. Ich habe das aber ganz aufgegeben,seit Herr Christie in diesem Laboratorium die Beobachtung machte,
') Man kann auch in der Hitze weiter titrieren, allein der Umschlag istin kalter Lösung 1 viel schärfer.
"-) Küster, Zeitsehr. f. anorg. Ch. XIII (1897, S. 134).