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2 (1907) Quantitative Analyse
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Anwendung. Der Lackmus eignet sieli nur Titration vonorganischen und starken anorganischen Säuren, von Alkali-, Erd-alkalihydroxyden und Ammoniak und zur Titration von Karbonatenin der Hitze, nicht aber in der Kälte.

Lackmuslösung ist in Flaschen mit Baumwollpfropfen aufzu-bewahren. In verschlossenen Flaschen tritt bald Schimmelbildungein und der Indikator wird unbrauchbar.

4. Phenolphtalein.

-C ( ,H t OH

-CX - OHC ß H 4

C

OCO

Vermöge der Hydroxylgruppen ist das Phenolphtalein eine ganzschwache Säure. Es ist nicht löslich in Wasser, aber leicht löslichin Weingeist.

Darstellung des Indikators. 1 g reines Phenolphtalein desHandels wird in 100 com 96°/oigem Alkohol gelöst.

Eigenschaften. Das Phenolphtalein, welches ich mit (PH)bezeichnen will, ist in elektrisch neutralem Zustand farblos, dagegenist das P-Ion intensiv rot gefärbt. Fügt man aber einen Tropfen desIndikators zu reinem destillierten Wasser, so bleibt die Lösung farblos.

Die sehr schwache Säure ist in ganz geringer Menge nach der

Gleichung:

+PH ±Z£ P + H

elektrolytisch dissoziiert worden, es sind aber nicht genügend P-Ionenvorhanden, um die Lösung rot zu färben.

Fügt man eine Spur Alkalihydroxyd hinzu, so treten die dar-aus abgespaltenen Hydroxylionen mit den Wasserstoffionen sofort zuneutralen Wassermolekeln zusammen, wodurch die Dissoziation desPH im Sinne von links nach rechts fortschreitet etc., bis schließlichdie Konzentration der P-Ionen so zunimmt, daß ihre rote Farbesichtbar wird. Durch Zusatz einer Spur von Säure, auch der aller-schwächsten (C0 2 , H 2 S etc.) wird die Dissoziation sofort zurück-gedrängt, die Lösung wird farblos.

Anwendungen. Phenolphtalein eignet sich ganz vorzüglichzur Titration organischer und anorganischer Säuren undstarker Basen, nicht aber für Ammoniak.

Versetzt man eine durch Phenolphtalein und wenig Alkali rot-gefärbte Lösung mit einer konzentrierten Alkalihydroxydlösung, soverschwindet die rote Farbe und kehrt bei der Verdünnung der