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oder mittelstarken Säuren gehören; einige wenige Indikatorensind schwache Basen. Damit ein Elektrolyt die Bolleeines Indikators übernehmen kann, muß er nachOstwald 1 ) im ni cht dissoziierten, elektrisch neutra-len Zustand eine andere Farbe besitzen als seineIonen und ein Indikator wird um so empfindlicher sein, je aus-gesprochener dieser Farbenunterschied und je weniger der Indikatorelektrolytisch dissoziiert ist.
Das Phenolphatalein (PH) ist eine sehr schwache Säure, dieinfolgedessen beim Lösen in wässerigem Alkohol in äußerst geringemMaße, gemäß dem Schema:
+
PH ~t P -f II
NaOH ^t Na -
zerfällt. Das elektrisch neutrale Molekel (PH) ist farblos, dasAnion P intensiv rot gefärbt. Die wässerige Lösung des Phenol-phtaleins aber ist farblos, weil nicht genügend P-Ionen vorhandensind. Fügen wir der Lösung eine Spur einer starken Base (NaOH)hinzu, von der wir wissen, daß sie fast vollständig in Metall- undHvdroxvlionen dissoziiert ist:
+ -
-f OH
so werden die Hydroxylionen mit den Wasserstoffionen Wasserbilden, das gestörte Gleichgewicht wird wieder hergestellt, indemmehr PH in die P- und H-Ionen zerfällt, bis schießlich so vielP-Ionen in der Lösung vorhanden sind, daß die rote Farbe zumVorschein kommt. Fügt man eine Spur einer Säure zu der ebenrot gewordenen Lösung-, so spielt sich der umgekehrte Vorgangab: durch die Vergrößerung der Konzentration der Wasserstofl'ionenwird die Dissiozation des Phenolphtaleins zurückgedrängt und dieLösung wird farblos. Es ist nun klar, je geringer der Dissoziations-grad des Indikators, desto weniger Säure und Base ist erforderlich,um den gewünschten Umschlag hervorzubringen, desto empfindlicherist der Indikator.
Die für die Alkalimetrie und Azidimetrie vorgeschlagene Zahlder Indikatoren ist eine sehr große. Ich werde aber hier nur die ge-bräuchlichsten besprechen, und zwar Methylorange, Lackmoid.dann Lackmus und Phenolphtalein.
Die zwei ersten haben ausgesprochenen Säurecharakter, Lack-mus ist eine schwache Säure und Phenolphtalein ist eine sehrschwache Säure.
l ) Lehrbuch der allgem. Ch.Treadwell, Analytische Chemie II. 4. Aufl.