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nach dem Ansäuern des kalt gewordenen Filtrats das Chlor alsChlorsilber, wie oben angegeben.
Findet beim Ansäuern des wässerigen Auszuges der Schmelzekeine Ausscheidung von Kieselsäure statt, 3 ) so schreitet man sofortzur Ausfällung des Chlors in der Kälte.
Freies Chlor.
Handelt es sich um die gravimetrische Bestimmung des Chlorsin einem Chlorwasser, so geht es nicht an, das Chlorwasser mitSilbornitrat zu versetzen, weil dabei nicht alles Chlor als Chlor-silber fällt; ein Teil bleibt als lösliches Silberchlorat in Lösung
6 Ol -f- 3 H 2 0 + 6 AgN0 3 = 5 AgCl -f- AgC10 s + 6 HN0 3 .
Man muß das Chlor zuerst in Chlorwasserstoffsäure verwandelnund dann die Fällung mit Silbernitrat vornehmen.
Die Überführung des Chlors in Chlorwasserstoff läßt sich inverschiedener Weise ausführen:
1. Man läßt eine mit einer Pipette abgemessene Probe desChlorwassers in einen mit Ammoniak beschickten Kolben fließen,schwenkt um und erhitzt langsam zum Sieden. Nach dem Erkaltensäuert man die Flüssigkeit mit Salpetersäure an und fällt mit Silber-nitrat etc. Durch das Ammoniak wird das Chlor zum Teil inAmmoniumchlorid und zum Teil in Ammoniumhypochlorit ver-wandelt. Letzteres aber zerfällt schon in der Kälte fast ganz, inder Wärme ganz in Chlorammonium und Stickstoff:
2 NH 4 OH -f 2 Cl = NIL Cl -f NH 4 OCl -f- H,0und 3 NH 4 OCl -f 2 NH 3 = 3 H 2 0+N 2 -f 3 NH 4 C1.
2. Man versetzt das Chlorwasser mit überschüssiger schwef-liger Säure, macht die Lösung ammoniakalisch, fügt Wasscrstoft-peroxyd hinzu, kocht bis zur Zerstörung des überschüssigen "WassertStoffperoxyds, läßt erkalten, säuert mit Salpetersäure an, verdünn-stark mit Wasser und fällt das Chlor mit Silbernitrat.
3. Man versetzt die Lösung mit verdünnter Natronlauge, fügttropfenweise eine Lösung von Natriumarsonit (Arsentrioxyd in Natrium-karbonat gelöst) hinzu, bis ein herausgenommener Tropfen derLösung, auf Jodkaliumstärkepapier gebracht, keine Bläuung mehrerzeugt, säuert hierauf mit Salpetersäure an und fällt das Cl mitSilberlösung.
Enthält die Lösung gleichzeitig freies Chlor und Chlorwasser-stoffsäure, so bestimmt man, wie oben geschildert, das Gresamtchlor
3 ) Nach W. F. Hillebrand (Ball. B. S. Geol. Sarvoy 1900, S. 103) istl«ei Anwendung von 1 (J Material keine Ausscheidung von Kieselsäure zu be-fürchten.