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2 (1907) Quantitative Analyse
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0. Vorbereitung der Substanz zur Analyse.

Allgemeine Regeln zur Vorbereitung einer Substanz zur Ana-lyse lassen sieb schwerlich geben, denn sie sind von Fall zu Fallverschieden. Für eine wissenschaftliche Analyse, d. h. einesolche, welche dazu dient, die atomistische Zusammensetzung einerSubstanz zu ermitteln, ist es notwendig, die Analyse mit reinemMaterial vorzunehmen. So selbstverständlich dies erscheint, soschwer ist es oft, diese Bedingung zu erfüllen. Viele Substanzensind hygroskopisch und ziehen an der Luft Feuchtigkeit an, dieman durch Erhitzen oder durch Stehenlassen im Exsikkator überChlorkalzium entfernt, vorausgesetzt, daß der Körper dabei keineVeränderung erfährt. Viele kristallwasserhaltigen Substanzen dürfennicht einmal im Exsikkator getrocknet werden, weil sie dabei einenTeil ihres Kristallwassers abgeben; sie müssen lufttrocken analysiertwerden.

In allen Fällen aber muß man sich vor derAnalyse von der Grewichtskonstanz der Substanzenü berzeugen.

Für technische Analysen, welche den Kauf- oder Ver-kaufpreis einer Ware bestimmen oder den Betrieb bei derenFabrikation kontrollieren sollen, muß die Substanz, wie sievorliegt, untersucht werden. Hier gilt die Kegel, die Analysean einer richtigen Durchschnittsprobe auszuführen, sofern es möglichist, eine solche zu entnehmen.

Wir haben uns im folgenden nur mit der wissenschaftlichenAnalyse zu beschäftigen und werden unsere ersten Übungen mit ausWasser leicht kristallisier baren Substanzen ausführen.

Die Handelssalze sind oft nach ihrer Fertigstellung außer-ordentlich rein und dürften dann ohne weiteres zur Analyse ver-wendet werden; wir erhalten sie jedoch meist, nachdem sie längereZeit an der Luft gelagert und von Arbeiterhand verpackt und ver-sandt worden sind, wodurch sie namhafte Veränderungen erleidenkönnen. Die zu analysierende Substanz muß daher immer zuvorgereinigt werden. Dies geschieht durch

Umkristallisi eren.

2030 g der fein pulverisierten Handelsware löst man inmöglichst wonig heißem Wasser (am besten in so wenig Wasser,daß eine kloine Monge der Substanz ungelöst bleibt) und gießtdie Lösung, um Staub oder andere unlösliche Verunreinigungen zuentfernen, rasch durch ein Faltenfiltcr, das sich in einem abge-sprengten Trichter befindet (Fig. 22). Das Filtrat sammelt man,unter beständigem Umrühren mit einem Glasstabe, in eine Porzellan-