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Cultur der Pflanzen unserer höheren Gebirge sowie des hohen Nordens : mit 1 Taf. Abb.
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rata, Polygonuni viviparum, Azalea pro-cumbens u. a. m.

Mehrere dieser steigen aueli in diesubnivale Region auf, wo ausserdemnoch Erigeron uniflorus, Androsace ob-tusifolia, lactea, Gentiana glacialis, Bu-pleurum ranunculoides, Trifolium alpi-num, Phaca frigida und australis, Oxy-tropis montana und campestris hier undin der alpinen Region gemeinschaftlichwachsen.

m) Saure Weide.

Es ist dies die letzte Localität, diewir zu betrachten haben, nämlich eineWeide, wo wie in unseren Torfmoorendas Wasser nicht abläuft, also eine halb-sumpfige Localität, wie man sie in denGcbirgsthälern häufig findet.

In der montanen und subalpinen Ke-gion wachsen hier ausser den dominiren-den Cyperaceen und Juncaceen, Primulafarinosa, Pinguicula alpina, vulgaris u.viele andere.

In der alpinen Region treten Vacci-nium uliginosum, Sedum villosum, Sa-xifraga stellaris, Bartsia alpina, Gen-tiana bavarica, Pinguicula grandifloraund manche andere der schon auf an-deren Localitäten genannten Pflanzenhinzu. —

4) Cultur der Alpenpflanzen imfreien Lande unserer Gärten.

Nachdem wir nun die mannigfachenBodenverhältnisse, so wie die verschie-denen climatischen Verhältnisse kennengelernt haben, unter denen die Alpen-pflanzen in der freien Natur vorkommen,dürfte es auf den ersten Blick fast un-möglich erscheinen, diese unter so hete-rogenen Verhältnissen wachsenden Pflan=zen in dem kleinen Räume eines Gar-tens zu vereinigen. Dass diese Schwie-rigkeiten auch wirklich vorhanden, ward

schon vielfach angedeutet; dennoeh hatmich längere Beobachtung der Naturdazu geführt, den grössten Theil der-selben unter Einfluss einer rationellenBehandlung zu beseitigen.

Boden und Localität kann nun imGarten wohl ziemlich nachgemacht wer-den, dagegen kann das Clima und derkurze Sommer bei der Anpflanzung imFreien diesen Pflanzen nicht gewährtwerden. Bei den ersten Versuchen gingich von der Ansicht aus, dass, wennman den Alpenpflanzen einen ähnlichenBoden gebe, wie sie ihn in den Al-pen hätten, hierdurch deren Cultur ammeisten erleichtert werden müsste. DieErfahrung zeigte nun aber bald, dassdie hoch oben in den Alpen fast aufreinem, oder nur wenig vermischtemHumus lebenden Pflanzen in ganz ähn-lichen Bodenarten nicht einmal weiterwuchsen, oder selbst dann nach kurzerVegetation wieder abstarben, wenn derBoden vom Fundorte für sie mitgebrachtward.

Ich beobachtete darauf diese Pflanzenvon Neuem in der Natur und fand, dassPflanzen, die bei uns im Garten niefreudig , ""deinen wollten, längs der Uferder Bäche bis ins Thal herabstiegen,ohne dass irgend jemand dieselben ge-pflegt hätte. Hier wuchsen aber die glei-chen Pflanzen, die weiter oben auf ei-nem fruchtbaren Humus wachsen, imGeröll und dem Sand des Baches, wosie nur sehr wenig Nahrung empfangen.Ich nahm nun den Gebirgssand (einenSand, der nichts weniger als reiner Quarz-sand, sondern aus der Zertrümmerungsehr verschiedenartiger Gesteine ent-standen und noch mit Lehmtheilen ge-mischt ist), wie ihn die Sihl bei Zürichmit aus dem Gebirge bringt, und schlugin diesen die Alpenpflanzen, die ichaus dem Gebirge mit brachte, ein, bevor