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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 3 (1920) Heterocyclische Verbindungen
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1536
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1536 Möglichkeiten für die Dihydrierung des 1.2.4. J-Tetrazins.

Körper die Beachtung besonders auf sich ziehen. Die Farbigkeit ist ansich nicht überraschend, da der Tetrazinring drei chromophore Bestand-teile eine Azogruppe und zwei Azomethingruppen in unmittelbarerBindung aneinander in sich vereinigt. Aber im Hinblick auf dieFarblosigkeit des Tetrazols (s. S. 670), dessen desmotrope Formeln (I aufS. 668) zwei solche chromophoren Bestandteile enthalten, erscheint dietiefe Färbung des Tetrazins doch unerwartet.

Indem wir nun zu den dihydrierten Vertretern dieser Gruppe über-gehen, müssen wir uns zunächst Eechenschaft über die verschiedenenMöglichkeiten der Hydrierung ablegen. Denkbar erscheinen die vierfolgenden Tetrazin-dihydride:

VI)

VIII)

Unter ihnen stehen VI und VII einander sehr nahe, weil beide dieaddierten Wasserstoffatome an Stickstoff gebunden enthalten; siekönnen als iV,iv"-Dihydride bezeichnet werden. Bedenkt man, daß ihre

HC< N ~ N >CH,

VII) KC< N NH >CH,

1.2-Dihydrid

1.4-Dihydrid

IX) H a C<^^NcH a

2.3-Dihydrid

3.6-Dihydrid.

Moleküle sich gewissermaßen aus zwei Amidin-Hälften

H < H :

zusammensetzen, so erscheint es nach den Erfahrungen über Tautomerieder Amidine (vgl. Bd. I, Tl. I, S. 624) sogar sehr möglich, daß sie ein-ander desmotrop sind. Im Gegensatz zu VI und VII ist VIII ein C,N-Dihydrid, IX ein G, C'-Dihydrid.

Die Hydrolyse 1 gibt ein vortreffliches Mittel, die Art der Hydrie-rung zu ermitteln. Sie erfolgt analog, wie S. 1535 in den GleichungenIa und Ib durch ein Beispiel für den nichthydrierten Tetrazin-Bingdargelegt worden ist, d. h. derart, daß zwei doppelt aneinander gebundeneKingstickstoffatome als freier Stickstoff, zwei einfach aneinander gebundeneaber in Form von Hydrazin oder Hydrazin-Derivaten abgespalten werden.Bei Dihydriden vom Typus IX würde daher vermutlich Versuchs-material darüber liegt noch nicht vor der gesamte Bingstickstoff freiaustreten. Bei solchen vom Typus VIII wird nur die Hälfte frei ent-bunden, z. B.:

H 2 N-CO-C<

2 ^N

^ ~>CH.CO.NH 2-NEK

= H,N CO CH^. ">CH CO NH, + N,

= H s N.CO-CH:N-N:CH-CO-NH 2 + H 2 0 + N 8

f H,0HO.

(Ka)

1 Vgl. Cortiüs, Daeapsky, E. Müller, B. 41, 3165 (1908).