Tetrazindioar bonsäure.
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ist sehr leicht, das Nitrat C 2 H 4 N 6 , HN0 3 -f- ^j^ü^O sehr schwer löslich in kaltemWasser.
Die in der Formelreihe D (S. 1532) unter d aufgeführte 1.2.4.5-Tctrazin-dicarlbonsäurc-(3.6) C 4 H,0 4 N 4 ist in der älteren Literaturauf Grund der irrtümlichen Formulierungen C c H 6 0 9 N 6 und C 4 H 4 0 6 N 4„Triazoxyessigsäure" und „Bisazoxyessigsäure" genannt worden.Man erhält sie aus der (trockenen) iV,iV"-Dihydro-tetrazin-dicarbonsäuredurch Oxydation 1 mit gasförmiger salpetriger Säure in fast quantitativerAusbeute. Sie bildet carminrote Blättchen, zersetzt sich bei 148°, ohnevorher zu schmelzen, unter Entwickelung des purpurroten Tetrazin-Dampfs(s. S. 1533) und ist in Wasser und Alkohol etwas, in den übrigen organischenLösungsmitteln nicht löslich. Ihr neutrales Natriumsalz 2 Na 2 C 4 0 4 N 4ist blauviolett und löst sich in Wasser spielend mit tiefröter Farbe;beim Aufkochen dieser Lösung tritt keine Veränderung ein. Die wäßrigeLösung der freien Säure dagegen zersetzt sich 3 schon bei gelindem Er-wärmen unter Entfärbung, Stickstoff-Entwickelung und Bildung einesgemischten Hydrazin-Derivats der Glyoxylsäure und Oxalsäure, das weiterin Glyoxylsäure und Oxalsäure-monohydrazid zerfällt:
*N—N
N-
-N*
HO i C-C<^ N=N >C-CO s H + H 2 0 = H0 2 C-C<; h hq >C.C0 2 H + N 2 , (I
a)
H0 2 CC< H
HO-
>CCO J H + H,0 = H0 2 C.C<° + H,N "
0 >CCO,H. (Ib)
In Eiswasser verrieben, wird die Säure durch Schwefelwasserstoff wiederzur jV,JV"-Dihydro-tetrazin-dicarbonsäure reduziert 4 .
Das Diamid 5 der Tetrazin-diearbonsäure ist sowohl aus dem Diamid derJV,iV'-Dihydro-, wie aus demjenigen der G, iV'-Dihydro-tetrazin-dicarbonsäure durchOxydation erhalten worden. Beim Kochen mit Wasser wird es im Sinne der Glei-chung Ia (s. o.) unter quantitativer Entwickelung von 1 Mol. Stickstoff und Bildungvon Glyoxylsäure-amid-oxamidsäurehydrazon H„N-CO-CH : N-NH-CO-CO-NH 2 auf-gespalten.
Die intensive Farbe und die Leichtspaltbarkeit des Rings durchHydrolyse sind die Merkmale, durch welche die nichthydrierten Tetrazin-
1 Curtius, Läng, J. pr. [2] 38, 557 (1888). — Hantzsch, M. Lehmann, B. 33,3669 (1900). — Curtius, Darai'sky, E. Müllee, B. 39, 3418, 3434, 3435 (1906).
2 Hantzsch, M. Lehmann, B. 33, 3674 (1900). — Curtius, Darapsky, E. Müller,B. 39, 3434 (1906).
Über das saure und neutrale Kaliumsalz s. E. Müller, B. 41, 3133, 3134 (1908).8 Hantzsch, M. Lehmann, B. 33, 3670 (1900). — Curtius, Darapsky, E. Müller,B. 39, 3422, 3436, (1906); 40, 1176 (1907).
4 Hantzsch, M. Lehmann, B. 33, 3674 (1900).
5 Silberrad, Soc. 81, 601 (1902). — Curtius, Darapsky, E. Müller, B. 39, 3417,3421, 3431 (1906).
Über weitere Derivate s.: Curtius, Rimele, B. 41, 3112 (1908). — E. Müller,B. 41, 3134 (1908); 42, 3282ff. (1909).