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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 3 (1920) Heterocyclische Verbindungen
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Tetrazindioar bonsäure.

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ist sehr leicht, das Nitrat C 2 H 4 N 6 , HN0 3 -f- ^j^ü^O sehr schwer löslich in kaltemWasser.

Die in der Formelreihe D (S. 1532) unter d aufgeführte 1.2.4.5-Tctrazin-dicarlbonsäurc-(3.6) C 4 H,0 4 N 4 ist in der älteren Literaturauf Grund der irrtümlichen Formulierungen C c H 6 0 9 N 6 und C 4 H 4 0 6 N 4Triazoxyessigsäure" undBisazoxyessigsäure" genannt worden.Man erhält sie aus der (trockenen) iV,iV"-Dihydro-tetrazin-dicarbonsäuredurch Oxydation 1 mit gasförmiger salpetriger Säure in fast quantitativerAusbeute. Sie bildet carminrote Blättchen, zersetzt sich bei 148°, ohnevorher zu schmelzen, unter Entwickelung des purpurroten Tetrazin-Dampfs(s. S. 1533) und ist in Wasser und Alkohol etwas, in den übrigen organischenLösungsmitteln nicht löslich. Ihr neutrales Natriumsalz 2 Na 2 C 4 0 4 N 4ist blauviolett und löst sich in Wasser spielend mit tiefröter Farbe;beim Aufkochen dieser Lösung tritt keine Veränderung ein. Die wäßrigeLösung der freien Säure dagegen zersetzt sich 3 schon bei gelindem Er-wärmen unter Entfärbung, Stickstoff-Entwickelung und Bildung einesgemischten Hydrazin-Derivats der Glyoxylsäure und Oxalsäure, das weiterin Glyoxylsäure und Oxalsäure-monohydrazid zerfällt:

*NN

N-

-N*

HO i C-C<^ N=N >C-CO s H + H 2 0 = H0 2 C-C<; h hq >C.C0 2 H + N 2 , (I

a)

H0 2 CC< H

HO-

>CCO J H + H,0 = H0 2 C.C<° + H,N "

0 >CCO,H. (Ib)

In Eiswasser verrieben, wird die Säure durch Schwefelwasserstoff wiederzur jV,JV"-Dihydro-tetrazin-dicarbonsäure reduziert 4 .

Das Diamid 5 der Tetrazin-diearbonsäure ist sowohl aus dem Diamid derJV,iV'-Dihydro-, wie aus demjenigen der G, iV'-Dihydro-tetrazin-dicarbonsäure durchOxydation erhalten worden. Beim Kochen mit Wasser wird es im Sinne der Glei-chung Ia (s. o.) unter quantitativer Entwickelung von 1 Mol. Stickstoff und Bildungvon Glyoxylsäure-amid-oxamidsäurehydrazon HN-CO-CH : N-NH-CO-CO-NH 2 auf-gespalten.

Die intensive Farbe und die Leichtspaltbarkeit des Rings durchHydrolyse sind die Merkmale, durch welche die nichthydrierten Tetrazin-

1 Curtius, Läng, J. pr. [2] 38, 557 (1888). Hantzsch, M. Lehmann, B. 33,3669 (1900). Curtius, Darai'sky, E. Müllee, B. 39, 3418, 3434, 3435 (1906).

2 Hantzsch, M. Lehmann, B. 33, 3674 (1900). Curtius, Darapsky, E. Müller,B. 39, 3434 (1906).

Über das saure und neutrale Kaliumsalz s. E. Müller, B. 41, 3133, 3134 (1908).8 Hantzsch, M. Lehmann, B. 33, 3670 (1900). Curtius, Darapsky, E. Müller,B. 39, 3422, 3436, (1906); 40, 1176 (1907).

4 Hantzsch, M. Lehmann, B. 33, 3674 (1900).

5 Silberrad, Soc. 81, 601 (1902). Curtius, Darapsky, E. Müller, B. 39, 3417,3421, 3431 (1906).

Über weitere Derivate s.: Curtius, Rimele, B. 41, 3112 (1908). E. Müller,B. 41, 3134 (1908); 42, 3282ff. (1909).