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DLphenyl- und Diamino-1.2.4.5-letraxin.
Wasser und Alkohol mit herrlich roter Farbe. Diese Lösungen könnenlängere Zeit ohne Veränderung gekocht werden, wobei indes das Tetrazinsich teilweise mit den Dämpfen des Lösungsmittels verflüchtigt. Lack-mus wird von Tetrazin nicht charakteristisch verändert (vgl. dagegenS. 671 die saure Eeaktion des Tetrazols). In kalter konz. Salzsäurelöst es sich zunächst mit tiefroter Farbe; nach einiger Zeit beginntStickstoff-Entwickelung, langsame Entfärbung und Bildung von Hydrazin.Durch Schwefelwasserstoff wird Tetrazin in wäßriger Lösung zum 1.2-Dihydrid (s. S. 1537) reduziert.
3.6-Diplienyl-1.2 4.5-tetrazin 1 erhält man leicht aus seinem N, .NVDihydrid(s. S. 1538), das gemäß Gleichung E (S. 1533) aus Benziminoäther und Hydrazingewonnen wird, durch Stehen der alkoholischen Lösung an der Luft:
C.H.-C^.
-N%
Scca + 0
H 2 0 + C 6 H 6 .C< N
N— X
NCC,H S . (G)
Es bildet blaustichig rote Prismen, schmilzt bei 192° und ist in Wasser und Säurennicht, in Alkohol schwer, in Aceton und Benzol leicht löslieh; aus der roten Lösungin konz. Schwefelsäure wird es beim Verdünnen unverändert abgeschieden. Wäh-rend es gegen die Einwirkung starker Säuren sehr wenig empfindlich ist, wird esbeim Kochen mit alkoholischer Kalilauge unter Entwickelung von Stickstoff undBildung von Benzal-benzbydrazid C 6 H 5 -CH : N-NH-CO-C 8 H B zersetzt.
Durch eine interessante Reaktion haben Ponzio und Gastaldi 2 das S.G-Diamino-1.2.4.5-tetraziu kennen gelehrt. Sein Dihydrid bildet sieh durch Selbstzersetzungdes bisher in freiem Zustand nicht isolierten Aminoguanidins (vgl. Bd. I, TL II,S. 1456) — ein Vorgang, der sich z. B. folgendermaßen formulieren läßt:
H.,N.C< NH
H 2 N -2s\H.N^
Js-
2NH, + H 2 N-C<1 W >CNH 2 ;(H)
es geht durch Oxydation an der Luft leicht in Diamino-tetrazin über. Man erhältdaher das Diamino-tetrazin, wenn man die mit der äquivalenten Menge Kali ver-setzte Lösung von salzsaurem Aminoguanidin unter einer großen Glocke einige Tageüber konz. Schwefelsäure und festem Kali stehen läßt. Es krystallisiert aus Wasserin amethystroten Blättchen von der Zusammensetzung C 2 H 4 N 6 -f II 2 0, wird imVakuum über Schwefelsäure wasserfrei und stahlbraun, nimmt aber an der Luftrasch wieder das Krystallwasser auf; der wasserfreie Stoff schmilzt unter lebhafterZersetzung etwas oberhalb 200°. Diaminotetrazin ist in den üblichen organischenLösungsmitteln fast unlöslich, in warmem Wasser schwer löslich, an der Luft undam Lieht beständig. Durch Reduktion mit Schwefelwasserstoff liefert es sein Di-hydrid und weiterhin Aminoguanidin. Durch Erwärmen mit verdünnten Mineral-säuren wird es unter Bildung von Stickstoff, Ammoniak, Kohlensäure, Ameisensäureund Aminoguanidin gespalten. Beim Einleiten von Kohlendioxyd in seine kaltewäßrige Lösung fällt das sehr schwer lösliche Dicarbonat C. 2 H 4 N 6 , H 2 C0 3 ingelben Blättchen nieder. Das Hydroehlorid C 3 H 4 X 6 , HCl (orangegelbe Blättchen)
1 Pinner, B. 26, 2128, 2133 (1893); 27, 989, 1007 (1894). A. 297, 264 (1S97).— Bamberger, B. 33, 3197 Anm. (1900). — Busch, Chr. Schneider, J. pr. [2] 89,312, 320 (1914). — Darapsky, J. pr. [2] 97, 184, 193 (1918).
2 G. 43, II, 129 (1913); 44. I, 257, 277 (1914); 45, I, 181 (1915).