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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 3 (1920) Heterocyclische Verbindungen
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DLphenyl- und Diamino-1.2.4.5-letraxin.

Wasser und Alkohol mit herrlich roter Farbe. Diese Lösungen könnenlängere Zeit ohne Veränderung gekocht werden, wobei indes das Tetrazinsich teilweise mit den Dämpfen des Lösungsmittels verflüchtigt. Lack-mus wird von Tetrazin nicht charakteristisch verändert (vgl. dagegenS. 671 die saure Eeaktion des Tetrazols). In kalter konz. Salzsäurelöst es sich zunächst mit tiefroter Farbe; nach einiger Zeit beginntStickstoff-Entwickelung, langsame Entfärbung und Bildung von Hydrazin.Durch Schwefelwasserstoff wird Tetrazin in wäßriger Lösung zum 1.2-Dihydrid (s. S. 1537) reduziert.

3.6-Diplienyl-1.2 4.5-tetrazin 1 erhält man leicht aus seinem N, .NVDihydrid(s. S. 1538), das gemäß Gleichung E (S. 1533) aus Benziminoäther und Hydrazingewonnen wird, durch Stehen der alkoholischen Lösung an der Luft:

C.H.-C^.

-N%

Scca + 0

H 2 0 + C 6 H 6 .C< N

N X

NCC,H S . (G)

Es bildet blaustichig rote Prismen, schmilzt bei 192° und ist in Wasser und Säurennicht, in Alkohol schwer, in Aceton und Benzol leicht löslieh; aus der roten Lösungin konz. Schwefelsäure wird es beim Verdünnen unverändert abgeschieden. Wäh-rend es gegen die Einwirkung starker Säuren sehr wenig empfindlich ist, wird esbeim Kochen mit alkoholischer Kalilauge unter Entwickelung von Stickstoff undBildung von Benzal-benzbydrazid C 6 H 5 -CH : N-NH-CO-C 8 H B zersetzt.

Durch eine interessante Reaktion haben Ponzio und Gastaldi 2 das S.G-Diamino-1.2.4.5-tetraziu kennen gelehrt. Sein Dihydrid bildet sieh durch Selbstzersetzungdes bisher in freiem Zustand nicht isolierten Aminoguanidins (vgl. Bd. I, TL II,S. 1456) ein Vorgang, der sich z. B. folgendermaßen formulieren läßt:

H.,N.C< NH

H 2 N -2s\H.N^

Js-

2NH, + H 2 N-C<1 W >CNH 2 ;(H)

es geht durch Oxydation an der Luft leicht in Diamino-tetrazin über. Man erhältdaher das Diamino-tetrazin, wenn man die mit der äquivalenten Menge Kali ver-setzte Lösung von salzsaurem Aminoguanidin unter einer großen Glocke einige Tageüber konz. Schwefelsäure und festem Kali stehen läßt. Es krystallisiert aus Wasserin amethystroten Blättchen von der Zusammensetzung C 2 H 4 N 6 -f II 2 0, wird imVakuum über Schwefelsäure wasserfrei und stahlbraun, nimmt aber an der Luftrasch wieder das Krystallwasser auf; der wasserfreie Stoff schmilzt unter lebhafterZersetzung etwas oberhalb 200°. Diaminotetrazin ist in den üblichen organischenLösungsmitteln fast unlöslich, in warmem Wasser schwer löslich, an der Luft undam Lieht beständig. Durch Reduktion mit Schwefelwasserstoff liefert es sein Di-hydrid und weiterhin Aminoguanidin. Durch Erwärmen mit verdünnten Mineral-säuren wird es unter Bildung von Stickstoff, Ammoniak, Kohlensäure, Ameisensäureund Aminoguanidin gespalten. Beim Einleiten von Kohlendioxyd in seine kaltewäßrige Lösung fällt das sehr schwer lösliche Dicarbonat C. 2 H 4 N 6 , H 2 C0 3 ingelben Blättchen nieder. Das Hydroehlorid C 3 H 4 X 6 , HCl (orangegelbe Blättchen)

1 Pinner, B. 26, 2128, 2133 (1893); 27, 989, 1007 (1894). A. 297, 264 (1S97). Bamberger, B. 33, 3197 Anm. (1900). Busch, Chr. Schneider, J. pr. [2] 89,312, 320 (1914). Darapsky, J. pr. [2] 97, 184, 193 (1918).

2 G. 43, II, 129 (1913); 44. I, 257, 277 (1914); 45, I, 181 (1915).