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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 3 (1920) Heterocyclische Verbindungen
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Selenodipltenylmnin.

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Fabrik von Leopold Cassella & Co. entdeckte Immedialschwarz, dasaus 2.4-Dinitro-4'-oxy-diphenylaniin hergestellt wird, hatte als ersterSchwefelfarbstoff, der ein reines Schwarz färbte, einen großen Erfolg zuverzeichnen. Heute haben die aus 2.4-Dinitro-phenol erzeugten Farb-stoffe, die unter verschiedenen Namen Schwefelschwarz T, Katigen-schwarz, Thiogenschwarz usw. im Handel sind, die größte Be-deutung. Ihre Produktion wurde 1913 auf 5000 Tonnen jährlichgeschätzt 1 .

Auch gelbe und braune Sehwefelfarbstoffe werden hergestellt, z. B. dasImmedialgelb aus 2.4-Diamino-toluol, das Thiocatechin aus p-Amino-acetanilid,dasKryogenbraun aus dem Reduktionsprodukt, das man aus 1.8-Dinitro-naphthalinbei Behandlung mit Schwefelnatrium in Gegenwart von Natriumdisulfit und Natron-lauge erhält. In denjenigen, welche aus Ausgangsstoffen mit aliphatischen Seiten-ketten (von Diaminotoluol, Amino-acetanilid) entstehen, vermutet man Benzothiazol-Derivate (vgl. S. 557558).

Praktisch wertvolle rote Sehwefelfarbstoffe wurden noch nicht erhalten.

Grüne Sehwefelfarbstoffe stellt man im Allgemeinen her, indem man bei derSchwefelschmelze der zu blauen Farbstoffen führenden Produkte Kupferverbindungenhinzusetzt.

III. Paraseleiiazin-Gruppe.

Das Selenodipheiiylamiu 2 (Phenselenazin,Selenazin") kann man nichtanalog dem Thiodiphenylamiu (vgl. S. 1491) aus Diphenylamin durch Erhitzen mitSelen (auch nicht in Gegenwart von Jod) herstellen. Es bildet sich aber in heftigerReaktion durch Einwirkung von Selenchlorür Se 2 Cl 2 auf Thiodiphenylamiu in kaltemBenzol und krystallisiert aus Benzol in weißgelben Blättchen vom Schmelzp. 195°.Es verhält sich ähnlich dem Thiodiphenylamin, färbt sich an der Luft grünlich,gibt beim Destillieren mit Eisenfeile oder Zinkpulver Carbazol und läßt sich durchaufeinanderfolgende Behandlung mit Salpetersäure, Reduktion und Oxydation in dasdein Thionin (S. 1495) entsprechende Selenonin (7-Amino-selenazim) überführen,das sich in verdünnter Salzsäure tiefblau löst uud Seide schön türkisblau anfärbt.Selenonin ist beim Kochen mit Säuren ganz beständig, ebenso wie das Selen-metliylenMilu, das man als schön krystallisiertes Bromid erhält, wenn man Seleno-diphenylamin in Eisessig mit Brom oxydiert und das dadurch entstandene Phenaz-selenoniumbromid mit Dimethylamin umsetzt (vgl. S. 1497 die analoge Bildungdes Methylenblaus).

1 Vgl. v. Georgievics-Grandmodgin, Lehrb. d. Farbenchemie, 4. Aufl. (Leipzigu. Wien 1913), S. 480.

2 Cornelius, J. pr. [2] 88; 895 (1913). Höchster Farbw., D.R.P. 261969(C. 1913, II, 465). iL Bauer, B. 47, 1873 (1914). Karrer, B. 49, 597 (1916);51, 190 (1918).

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