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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 3 (1920) Heterocyclische Verbindungen
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Geschichte der Schwefelfarbstoffe.

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wendung findet 1 . Aber erst 20 Jahre später zeigte Vidal 2 , daß mandurch Anwendung derSchwefelschmelze" auf aromatische Verbindungenund zwar besonders Phenole, Amine und Aminophenole zu wertvollenFarbstoffen gelangt. Den ersten Erfolg errang das Vidalschwarz, dasaus p-Amino-phenol erzeugt wird, auch heute noch im Handel ist, abernicht mehr viel benutzt wird. Seit seiner Entdeckung (1893) habensich fast alle Farhenfabriken bei der Ausdehnung des Gebietes betätigt.Mehr als ein halbes Tausend deutscher Patente 3 liegt über diese Gruppevon Farbstoffen* vor, die wegen der Leichtigkeit ihrer Gewinnung undihrer vorzüglichen färberischen Eigenschaften sich rasch die größteBeliebtheit erwarben. Namentlich die ersten Jahre des neuen Jahr-hunderts brachten eine wahre Flut von Patenten.

Der technische Erfolg der Schwefelfarbstoffe war außerordentlich.Über ihre chemische Erforschung 5 aber ist wenig zu berichten. DieHandelsmarken es gibt deren etwa 50 stellen amorphe Pulver,Pasten oder koksähnliche Massen in Säuren und Alkalien unlöslichdar, aus denen man einheitliche chemische Individuen noch nicht ab-geschieden hat 6 . Für keinen einzigen Vertreter können wir einstweileneine gut begründete Strukturformel aufstellen. Wenn wir trotzdem andieser Stelle auf die Schwefelfarbstoffe zu sprechen kommen, so recht-fertigt sich dies dadurch, daß man für einen Teil von ihnen nämlichdie blauen und schwarzen wenigstens mit großer Wahrscheinlichkeitdie Zugehörigkeit zur Parathiazin-lieihe vermuten darf.

Diese blauen und schwarzen Schwefelfarbstoffe werden durch An-wendung derSchwefelschmelze" auf parasubstituierte Diphenylamineoder auf Verbindungen, aus denen solche sich bilden können, her-

1 Vgl. P. Friedländer, Z. Ang. 19, 615 (1906).

2 D.E.P. 84 632, 85330, 90369, 91719 (Frdl. 4, 10481051).

Zu den Schwefelfarbstoffen dürfte auch der von E. Bohn 1893 durch Be-handlung von Dinitronaphthalin mit Schwefelnatrium erhaltene Farbstoff gehören,der aus schwefelalkalischem, besser aus sodaalkalischem, mit Traubenzucker ver-setztem Bade ungeheizte Baumwolle in echten schwarzen Tönen anfärbt; s. Bad.Anilin- it. Sodaf., D.R.P. 84 989 (Frdl. 4, 353).

3 Vgl. die Zusammenstellung in Frdl. 5, 416470; 6, 610834; 7, 480574;8, 739834; 9, 442493; 10, 288322; 11, 483510; 12, 518528.

4 Ausführlich in O. Langes Werk:Die Schwefelfarbstoffe" (Leipzig 1912)behandelt.

5 Vgl. dazu: Vidal, C. 1897, II, 747; 1903, II, 266; 1905, I, 411. Gnehm,Kaufler, B. 37, 2617, 3032 (1904); 39, 1016 (1906). P. Friedländer, Maütiiner,C. 1904, II, 1174. Binz, Ch. I. 29, 295 (1906). Gnehm, Knecht, J. pr. [2] 74,105 (1906). P. Friedländer, Z. Ang. 19, 615 (1906). Bernthsen, Ch. Z. 32, 956(1908). H. Erdmann, A. 362, 149 (1908). Zänker, C. 1916,11, 1200; Z. Ang.32, I, 49 (1916).

6 Über eine krystallisierbare Natriumdisulfit-Verbindung des Immedialreinblaus(S. 1506) s.: Cassella & Co , D.K.P. 135 952 (Frdl. 6, 639). Gnehm, J. pr. [2] 69,169 (1904).

Meyer-Jacobson , org. Ch. IIa. (l.u.2. Aufl.) 95 (August 1920)