Peptone.
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Die verschiedenen, nach ihrer Abstammung und nach derArt des zur Umwandlung angewendeten Fermentes als Albumin-,Fibrin-, Casein-, Fleischpepton bzw. als Pepsin-, Pankreas-, Papain-pepton unterschiedenen Peptone lösen sich sämtlich in Wasserund in verdünntem Alkohol leicht und bleiben beim Verdunstenihrer Lösungen als amorphe, hornartige, hygroskopische Massenzurück. In starkem Alkohol und Aether sind sie nicht löslichIm Gegensatz zu den Eiweissstoffen diffundieren die wässerigenLösungen der Peptone leicht durch tierische, schwer durchpflanzliche Membrane. Die Peptonlösungen sind je nach demUrsprung der betreffenden Peptone verschieden stark linksdrehend,durch Kochen koagulieren sie nicht. Ammonsulfat und Neutral-salze der Alkalimetalle fällen die Peptone aus ihren Lösungennicht, desgleichen nicht Salzsäure, Salpetersäure, Schwefel-säure und Essigsäure weder in der Wärme noch in der Kälte.Auch Essigsäure und Ferrocyankalium geben keinen Nieder-schlag, wohl aber Metaphosphorsäure, Phosphowolframsäure,Gerbsäure, Pikrinsäure, Quecksilberoxydnitrat, Goldchlorid, Platin-chlorid u. a. Wird zu einer Peptonlösung Natronlauge und danntropfenweise unter Umschütteln 2°/ 0 ige Kupfersulfatlösunghinzugefügt, so wird die Mischung, ähnlich wie bei den Eiweiss-stoffen zuerst rosa, dann violett. Diese Reaktion ist der eigent-lichen Biuretreaktion (s. S. 638) ähnlich, aber doch nicht mitderselben identisch.
Das aus Fleisch, Eiweiss, Casei'n und Fibrin hergestelltePepton findet wegen seiner leichten Verdaulichkeit vielfacheAnwendung als Nahrungsmittel für Kranke, sowie Verwendungzu Klystieren. In den käuflichen, gewöhnlich durch Pepsinver-dauüng der betreffenden Eiweissstoffe dargestellten Peptonen sindAlbumosen, Amphopepton und andere lösliche Stoffe meist insehr wechselnden Mengenverhältnissen enthalten. Einige Handels-peptone erhält man auch durch Verdauung von Fleisch mitPankreatin oder mit Papayotin, sowie durch Einwirkung vonüberhitzten) Wasserdampf auf Fleisch, dem eine geringe MengeSalzsäure zugesetzt ist.
Von den Peptonpräparaten seien hier erwähnt:Pe.ptonum carneum, gewonnen aus fett- und Unochenfreiem
Muekelfleisch vom Kind.
Das Sandersche Pepton, aus Ochsenfleisch durch künstliche
Verdauung; mittels Ochsenpankreas dargestellt.
Das Kochsche und das frühere Kemmeri chsche, jetzt Liebig-
sche Fleischpepton sind reich an Albumosen, haben einen hohen Gehalt