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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Proteide.

sich ferner im Dotter des Hühnereies, in den Mohn-, Raps-. Erd-nuss-, Baumwollsamenkuchen, in der Leber, den Muskeln usw.Die verschiedenen Nucleoproteide sind zwar einander ähnlich,jedoch nicht identisch. In Wasser, Alkohol, Aether und ver-dünnten Mineralsäuren sind sie unlöslich. Sie sind Verbindungenvon Eiweiss und Nudetnsäuren. Bei der hydrolytischen Spaltungzerfallen die Nucleoproteide zunächst in Eiweiss (Histon) undNudeln. Letzteres wird dann weiter in Eiweiss und Nuclein-säure gespalten.

c) Historie sind basische, schwefelhaltige, bei der Spaltungder Nucleoproteide entstehende Eiweissstoffe. Es gehören hier-her u. a. das Nucleohiston aus den Leukocyten der Thymusdrüse,das Qlobin aus Hämoglobin und die Histone aus dem Spermavon Fischen.

d) Nudeine sind phoaphorhdlHge, amorphe, farblose, inWasser und verdünnten Mineralsäuren unlösliche Stoffe vonsaurem Charakter. Sie entstehen besonders bei der Verdauungder Nucleoproteide mit Pepsin, haben eine grosse Affimität zuFarbstoffen, geben die Biuretreaktion (s. S. 638) sowie die Milloti-sche Reaktion. In alkalischer Lösung werden sie in Eiweiss undNukleinsäuren zerlegt.

e) Xite/cmxäuren, sehr verbreitet als Bestandteile junger,entwicklungsfähiger Zellen des Tier- und Pflanzenreiches, sindphogphorhaltige, doch schwefelfreie amorphe, starksauer reagierendeMassen, leicht löslich in ammoniakalischem oder alkalihaltigemWasser. Beim Kochen mit verdünnter Schwefelsäure liefern siePhosphorsäure, Pentosen, Xanthinbasen, Histidin usw. je nachdem Ursprung der betreffenden Nuclein säuren, bzw. der Nucleineoder Nucleoproteide. Zu den Nucleinsäuren gehören u. a. dieHefennudetnsäure, C 29 H< 2 N,,P 3 0 S3 , erhalten durch Extrahierenvon abgepresster Hefe mit alkalihaltigem Wasser, die Thytno-nucleinsäuren der Thymusdrüse und des Lachspermas, die Pan-kreamuclelmäure der Pankreasdrüse usw.

Histidin, C 6 H (J N,() 2 , tritt bei der Säurespaltung und dertryptischen Verdauung der Proteinstoft'e auf, kommt im Harn, inden Keimpflanzen und den Kartoffeln und im Käse vor. Farb-lose, nadel- oder tafelförmige Kristalle vom Schmelzp. 253°, inWasser leicht, in Alkohol schwer mit alkalischer Reaktion lös-lich, linksdrehend, zeigt die Biuretreaktion.

Phoxphorhaltii/c Eiweissstoffe sind ferner die im Gehirn undNervenmark vorkommenden Protagone.

Die Protagone enthalten C, H, N, 0, P, zum Teil auch Sund liefern beim Kochen mit Barytwasser Stearin-, Palmitin-