Druckschrift 
Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
Entstehung
Seite
639
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Albumine.

639

säure, Glutaminsäure, Phenol, Kresol, Skatol, Phenylessigsäure,Hydrozimtsäure, Ptomaine usw.

Pepsin und ähnliche Fermente lösen die Eiweissstoffe; siewerden zunächst in Albumosen und weiter in Peptone (s. S. 654)verwandelt. Weitere Spaltungsprodukte dürften dann die Poly-peptide 1 ) und als Endprodukte der Hydrolyse die Aminosäuren(Leucin, Tyrosin usw.) sein.

In den keimenden Pflanzen werden die Eiweissstoffe, wahr-scheinlich unter dem Einflüsse von Enzymen, ebenfalls in Albu-mosen, Peptone, Polypeptide und schliesslich in einfachere Ver-bindungen, die den bei der Einwirkung von Mineralsäuren bzw.Trypsin gebildeten sehr ähnlich sind, umgewandelt.

Erkannt, werden die Eiweissstoffe in Lösungen an ihrerKoagulierbarkeit durch Säuren beim Erhitzen (Essigsäure, Salpeter-säure), sowie an ihrer Fällbarkeit durch Gerbsäure, Metaphosphor-säure, Essigsäure und Ferrocyankalium.

Wir teilen im folgenden die Eiweissstoffe aus Zweckmässig-keitsgründen nach ihren Löslichkeitsverhältnissen und ihrem all-gemeinen Verhalten in folgende Gruppen:

I. Wasserlösliche Eiweissstoffe oder Albumine.II. Globuline.

III. 1'rote nie.

IV. Albuminoide.

V. Enzyme oder umgeformte Fermente.VI. Toxalbumine-

I. Wasserlösliche Eiweissstoffe oder Albumine.

Dieselben zerfallen in: 1. Eigentliche Albumine, welche beimeinfachen Erhitzen ihrer Lösung koagulieren; 2. Nucleoalbumineoder Casetne, welche sich aus ihren Lösungen nicht durch ein-faches Erhitzen, sondern erst auf Zusatz von Säuren abscheidenlassen ; 3. Fibrine, die nach Austritt aus dem lebenden Organis-mus, schon bei Berührung mit der Luft gerinnen.

1. Eigentliche Albumine. Hierhergehören das Eier-, Serum-,Milch- und /'/lauzeualbu min.

a) Eieralbumin kommt in konzentrierter, wässeriger, vondünnen, häutigen Membranen eingeschlossener und durchzogener

1) Peptide, bzw. Polypeptide sind nac» E. Fischer zahlreiche stick-stoffhaltige Verbindungen, die mit den Peptonen eine gewisse Aehnlichkeithaben und synthetisch durch Verkettung von zwei oder mehreren Molekülender Amidosäuren entstehen.