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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Muscarin.

brausen und ohne Färbung (Natriumcarbonat, Zucker). Die wässerigeLösung (1+19) werde durch Schwefelwasserstoffwasser (Schwermetall-salze) und durch Baryumnitratlösung (Schwefelsäure) nicht verändert.2 ccrn der Lösung (1 + 19) dürfen nach dem Versetzen mit 3 ccm Wein-geist und dem Ansäuern mit Salpetersäure durch Silbernitratlösung(Salzsäure) nicht verändert werden. Schüttelt man die Lösung von1 g Coffei'n-Natriumsalicylat in 5 ccm Wasser viermal mit je 5 ccmChloroform aus, so sollen nach dem Verdunsten des Chloroforms undTrocknen des Kückstandes bei 100° mindestens 0,4 g Coffein hinter-bleiben. Coffei'n-Natriumsalicylat verliere durch Trocknen bei 100°höchstens 5,°/ 0 an Gewicht. Grösste Einzelgabe 1.0 g, grössteTagesgabe 3,0 g.

Coffei'n-Natriumbenzoat, erhalten durch Eindampfen einer Lösungvon 50 T. Coffein und 60 T. Natriumbenzoat in 200 T. Wasser, ist eineweisse, amorphe, in 2 T. Wasser und in 50 T. Alkohol lösliche Massevon aromatisch-bitterem Geschmack mit 47,2% Coffein. Eisenchloriderzeugt in der wässerigen Lösung des Präparates einen rotbraunenNiederschlag.

Hetol-Coffein ist Coffein-Natriumcinnamylat mit 62°/ 0 Coffein.

Symphorol, Symphorol-Na, Nasrol, arzneilich empfohlen, istcoffei'nsulfosaures Natrium, C g H 9 N 4 0 2 .S0 3 Na, ein weisses, kristallini-sches, bitter schmeckendes Pulver.

Ueber Migränin s. S. 583.

Wir schliessen hier noch an das:

Muscarin, C 6 H 16 NO, oder OH.N(CH 3 ) 3 CH Ä -CH(OH) s , welchesneben Chol in. (s. S. 285) in dorn Fliegenpilz, Agaricus muxearius,in wechselnden Mengen vorkommt. Auch aus faulem Dorsch-fleisch ist Muscarin isoliert worden. Ein färb-, geruch- undgeschmackloser, stark alkalisch reagierender Sirup, in Wasserund in Alkohol in jedem Verhältnis löslich, sehr wenig in Chloro-form und unlöslich in Aether. Eine starke, äusserst gütigwirkende Base.

Alkaloide des Mutterkorns.

Das offizinelle Mutterkorn, S'ecale cornutum, ist der Ruhe-zustand, das Sclerotium, des Filzes Clavicepu purpurea. Es findetsich in diesem Zustande vorzugsweise an den Aehren des Roggens,doch auch an vielen anderen Gramineen und einigen Cyperaceen.Die Wirksamkeit des Mutterkorns und der daraus dargestelltenPräparate wird nach neueren Untersuchungen hauptsächlich durch