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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Erg-otoxin.

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die Gegenwart des Ergotoxins und p-Oxyphenyläthylamint bedingt,während dem Ergotinin die typische Mutterkornwirkung abgeht.Ergotoxin und Ergotinin kommen im Mutterkorn als Rohalka-loide zu 0,2 bis 0,25% vor.

Das Ergotoxin, C 35 H 41 N 5 0 6 , auch Hydroergotiirin genannt,ist ein weisses, bei 160 bis 162° schmelzendes amorphes Pulver,in Wasser fast unlöslich, dagegen leicht in Alkohol, Aether undsiedendem Benzol löslich. Rechtsdrehend. Durch Kochen mitMethylalkohol geht es unter Abspaltung von Wasser in Ergo-tinin ein.

Ergotinin, C 35 H. )a N 6 0 5 , stellt farblose, nadeiförmige, schwachalkalisch reagierende Kristalle dar. kaum in Wasser, leichter inAether und Chloroform löslich. Rechtsdrehend. Es lässt sichleicht in Ergotoxin überliefern und ist als ein Anhydrid bzw. alsein Lakton des Ergotoxin anzusehen.

Seeale cornutum, Mutterkorn ist das auf der Roggenpflanze

gewachsene, bei gelinder Wärme getrocknete Sklerotium von Clavicepspurpurea (Fries) Tulasne. Vorsichtig aufzubewahren. In gutem deut-schen Mutterkorn sind 0,15 bis 0,20%, im russischen Mutterkorn 0,22bis 0,25% Alkaloid enthalten.

Extractum Seealis cornuti, Mutterkornextrakt, dargestellt aus2 T. grob gepulvertem Mutterkorn, 8 T. Wasser und 1 T. Weingeist, istrotbraun, von eigenartigem Geruch, rötet Lackmuspapier schwach. InWasser sowie in einem Gemisch gleicher Teile Wasser und Weingeistist es klar löslieh.

Extractum Seealis cornuti fluidum, Mutferkomfluidextrakt. istrotbraun, riecht eigenartig, rötet Lackmuspapier. In Wasser klar lös-lich, wird es auf Zusatz eines gleichen Raumteils Weingeist starkgetrübt.

Anhangsweise sei hier nocli erwähnt das:

Rlcinln, C 8 H 8 Nj,0 2 , welches neben Richi den giftigen Be-standteil der Samen von Eic'uivx communis darstellt und in denSamenschalen zu 0,lö°/ 0 , in den Pressrüekständen zu 0,25 °/ 0vorkommt. Farblose, glänzende, bei 201,0° schmelzende Tafeln,in Wasser, Alkohol, Aether mit neutraler Reaktion löslich.

Rlcldin, CuHjgNgOg, findet sich zu 3,5 u / 0 in den Kotyledonenvon im Dunkeln vegetierten Ricinuskernpllanzen. Kleine, (arb-lose, bei 193° schmelzende Prismen.

Ueber PtomcCine oder Leichmalkcdoide sowie basische Bak-terienprodukte wie Mydin, Mydotoxin, Mytüotoxin, Fyphotoxins. S. 288.