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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Salze des Pyridins.

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von spez. Gew. 1,0219. Durch konz. Salpetersäure und Chrom-säure wird Pyridin selbst in der Wärme nicht verändert, ebensonicht durch Kaliumpermanganatlösung in der Kälte. DurchReduktionsmittel geht es in Piperidin, C 5 H n N, durch Jodwasser-stoff bei 300° in Normal-Pentan, C 5 H 12 , und Ammoniak über.

Aus seinem chemischen Verhalten ergibt sich, dass dieKonstitution des Pyridins der des Benzols sehr ähnlich ist unddass das Pyridin als ein Benzol aufzufassen ist, in welchem einedreiwertige CH-Oruppe durch ein Stickstojfatom ersetzt ist (s. obenu. S. 24)'.

Erkannt werden das Pyridin und die Pyridinbasen an demGerüche und der Fällbarkeit (selbst in sehr verdünnten Lösungen)durch Quecksilberchlorid-, Calciumchlorid- und Cadmiumjodid-lösung. Ein Tropfen Pyridin mit der gleichen Menge Jod-methyl gelinde in einen Reagenzglas erwärmt und alsdann dasgebildete Jodid mit etwas gepulvertem Aetzkali und wenigWasser zu einem dicken Brei angerührt, lässt bei gelindem Er-hitzen den sehr charakteristischen, an Isonitrile und Senföl er-innernden Geruch entstehen.

Das Pyridin wird im reinen Zustande als Arzneimittel (gegenAsthma), im rohen Zustande zur Denaturierung des Alkohols (S. 75)verwendet.

Das arzneilich angewendete Pyridin soll farblos, im Lichte unver-ändert und vollständig flüchtig sein. Die wässerige, 1:10 bereitete Lösungdarf durch Phenolphtalei'nlösung nicht gerötet werden (Ammoniakusw.), dagegen sollen 5 ccm einer (1:10) wässerigen Lösung durchzwei Tropfen Kaliumpermanganatlösung (1 : 1000) dauernd oder dochwenigstens eine Stunde lang gerötet werden.

Salze des Pyridins:

C 5 H 5 N,HC1 I ,,,,,. u

'.,.' zerf iessliehe kristallinische Massen,C 5 H 5 N,HBr j

C S H 5 N,HJ, tafelförmige, in Wasser und Alkohol sehr leicht

lösliche Kristalle.C fl H 5 N,HN0 3 1 in Wasser und Alkohol sehr leicht, in AetherCr,Hr,N,H 2 s6 4 } jedoch nicht löslich.Pyridinmethylchlorid, C 5 H 5 N. CH 3 C1, kommt im Krabbenextraktund im menschlichen Harn, besonders nach dem Genuss vonKaffee, vor.

Substitutionsprodukte des Pyridins. Ersetzt man nach derKörnerscben Pyridinformel (s. S. 576) in dem Pyridin ein Atom Wasser-stoff durch ein anderes einwertiges Element oder durch eine ein-wertige Gruppe, so können je nach der Stellung derselben zum Shck-stoftatom drei Isomere entstehen, welche ähnlich wie beim Benzol