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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Pyridin.

nicht. Mit Säuren geben sie, ähnlich wie die Aminbasen (S. 280),durch direkte Addition Salze. Salpetersäure und Chromsäuregreifen die Pyridinbasen wenig oder gar nicht an. Kalium-permanganat führt die alkylierten Pyridine in Pyridincarbon-säuren über, z. B.:

C 5 H 4 (CH 3 )N + 30 = C 5 H 4 N_COOH + H 2 0.

Picolin Pyridincarbonsäure.

Die Halogen-, Nitro- und Sulfoderivate werden aus demPyridin und seinen Homologen weit schwieriger erhalten alsaus dem Benzol und seinen Homologen.

Pyridin, C 5 H 5 N =

GH

/ w

HC CH

II IHC CH\ //N

Das Pyridin (1851 von Anderson entdeckt) kommt inkleiner Menge im rohen Amylalkohol und im rohen Salmiakgeistvor, ferner im Tieröl, im Steinkohlenteer, im Biaunkohlenteer,im Holzteer, in den Produkten der trockenen Destillation einigerbituminöser Schiefer und des Torfes, im Tabakrauch, in denEöstprodukten des Kaffees, in den Destillationsprodukten einigerAlkaloide mit Kalihydrat usw. Man erhält es bei der trockenenDestillation der Pyridinmono-, -di- und -tricarbonsäuren mitAetzkalk, beim Kochen von Piperidin mit Silberoxyd, beimLeiten von Acetylen und Cyanwasserstoff durch ein glühendesRohr usw. Dargestellt wird es aus den flüchtigeren Bestandteilendes animalischen Teeres und aus der zum Reinigen des Stein-kohlenteeröls dienenden Schwefelsäure.

Das Pyridin ist eine farblose, leicht bewegliche Flüssig-keit, welche eigenartig, widrig scharf riecht und brennendschmeckt. Es ist leicht löslich in Wasser, Alkohol und Aethermit stark alkalischer Reaktion. Spez. Gew. 0,989 bei 15°.Siedep. 115,2°. Die Dämpfe brennen mit russencler Flamme.Im reinen Zustande verändert es sich beim Aufbewahren nicht.In starker Kali- oder Natronlauge löst es sich nicht und kanndeswegen durch Zusatz von Aetzkali oder Aetznatron aus seinerwässerigen Lösung abgeschieden werden. Bei 100° erstarrt esnoch nicht. Es hat viel Aehnlichkeit mit dem Ammoniak undbildet ebenfalls beim Annähern von Salzsäure Nebel. Es fälltdie meisten Metallsalzlösungen mit Ausnahme von Bleiacetat-und Magnesiumsulfatlösung.

Das Pyridin liefert mit Wasser ein Hydrat CgHgN+SHjjO,eine wasserhelle, bei 92 bis 93° unzersetzt siedende Flüssigkeit