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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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III. Heterocyklische Verbindungen.

Die heterocyklischen Verbindungen enthalten eine ringförmiggeschlossene Atomkette, die jedoch neben Kohlenstoff'atomen auchnoch aus anderen Atomen gebildet wird. Es sind heterocyklischeVerbindungen mit einem Atomringe als auch solche mit rer-ketteten und kondensierten Atomringen bekannt (s. S. 24).

Pyridinbasen.

Die als Pyridinbasen bezeichneten Verbindungen kommenin den teerartigen Produkten der trockenen Destillation stick-stoffhaltiger, kohlenstoffreicher organischer Verbindungen (derBraunkohlen, der bituminösen Schiefer, des Torfes, der Stein-kohlen, der Knochen usw.) vor. Sie sind ferner Zersetzungs-produkte einiger Alkaloide. Auch das kaukasische Petroleum,der Tabakrauch und die Köstprodukte des Kaffees enthaltenkleine Mengen von Pyridinbasen. Synthetisch kann man einigederselben aus den Aldehydammoniaken der Fettreihe sowie ausanderen Verbindungen darstellen. Von dem Pyridin, C 5 H 5 N,dem einfachsten Vertreter der Pyridinbasen, leiten sich dieHomologen desselben durch Ersatz einer oder mehrerer Wasser-stoffatome durch einwertige Alkoholradikale in derselben Weisea b wie die Homologen des Benzols (s. S. 394). Zu den Pyridin-basen gehören:

Pyridin: C 5 H 5 N,

Picoline: C fi H 7 N,Lutidine: C 7 H 9 N,Collidine: C 8 H n N,

Parvoline: C 9 H 13 N,Coridine: Ci 0 H 15 N,Rubidine: C U H 17 N,Viridine: CjoHigN.

Die Pyridinbasen sind farblose, stark alkalisch reagierende,stechend riechende Flüssigkeiten, welche unzersetzt destillieren.Die kohlenstoffärmeren Verbindungen lösen sich in Wasser leicht,die kohlenstoffreicheren dagegen in Wasser nur wenig oder gar