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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Flechtensäuren.

Flechtensäuren.

Von den in den Flechtenarten vorkommenden sogenanntenFlechtensäuren sind früher bereits die Roccellsäure, C ]7 H 32 0 4 ,und die Orsellinsäure, C 8 H 8 0 4 (S. 496), erwähnt. Auch die imnachfolgenden kurz aufgeführten Flechtensäuren können denbetreffenden Flechten durch Aether, Chloroform oder Benzolentzogen werden. Es seien hier u. a. genannt:

Lecanorsäure, C H 14 0 7 +H 2 0, kommt in mehreren Flechten der Gat-tungen Boccella, Lecanora und Urecolaria vor. Farblose, /wasser-frei) bei 16&° schmelzende Nadeln.

Kvernsäure, C 17 H 16 0 7 , in Evernia Prunastri und in Ramalina ptülinaris.Weisse, bei 168° schmelzende Krystalle.

Usninsäure, C 18 H w 0 7 , ist sehr verbreitet in den verschiedensten Flechtenund kommt in einer rechtsdrehenden (aus Usnea und Cladonia)und in einer linksdrehenden (aus Cetraria nivalis) Form vor.

Krythrin, Erythrinsäure, C 20 H 2a O 1G +H 2 O, in Ilocella fuciformis s. Mon-tagne'i. Sternförmig gruppierte, (wasserfrei) bei 148° schmelzendeNadeln.

Oxyroccellsäure, C 17 H 32 O s , neben Erythrin in Ilocella Montagne'i ent-halten. Farblose Blättchen oder Nadeln. Schmelzpunkt 128°.

Cetrarsäure, C 20 H 18 O 9 , findet sich zu l"/ 0 neben Lichenstearinsäure,C ]4 H 24 O a und I'rotocetrarsüure, C r)4 H 42 0i 7 , in der als isländischesMoos bekannten Flechte Cetraria islandica. Auch Cetraria fahlu-nensis und andere Flechten enthalten Cetrarsäure, welche als ('«-trarin arzneilich empfohlen wird.

Vulpinsäure, C 19 H 14 0 5 , in Cetraria s. Evernia vulpina, in Parmcliaperlata usw. Gelbe, giftig wirkende, sublimierbare Prismen vornSchmelzpunkt 148°.

Atranorsäure, Atranorin, C 19 H 18 0 8 , kommt in sehr vielen Flechten vor.Farblose, lichtbrechende, bei f96° schmelzende Prismen.