Gerbsäuren.
569
Harz und anderen Stoffen vor, ist ein amorphes, gelbbraunes oderrötlichweisses, in Wasser und Alkohol leicht lösliches Pulver. BeimKochen mit verdünnter Schwefelsäure liefert sie Traubenzuckerund Eichenrindenrot (Eichenrindenphlobaphen), C., 8 H 2( ;0 17 , ein rot-braunes, in Wasser, Alkohol und Aether unlösliches, amorphesPulver. Aetzende Alkalien lösen es mit rotbrauner Farbe. Ob dieEichenrindengerbsäure als ein Glycosid anzusehen ist oder nicht,ist noch unentschieden.
Plumbum tannieum pultiforme, die Bleiverbindung der Eichen-rindengerbsäure wird arzneilich angewendet.
Plumbum tannieum siecum, ein graugelbes Pulver, ist der beider Fällung von 10 T. Bleiessig mit Tanninlösung (4 T.) erhaltene,ausgewaschene und getrocknete Niederschlag.
Eichenholzgerbsäure, C 1 ^S. l6 O u -\-2'R i O, ist die Gerbsäure des Eichen-holzes, ein gelbbraunes, in Wasser leicht lösliches, hygroskopischesPulver.
l>ie Weidengerbsäure der Weidenrinde ist der Eichenrindengerbsäuresehr ähnlich. Sie wird durch Eisenchloridlösung blauschwarz gefällt.
^ichtenrindengerbsäure, C 21 H 20 O 10 , gibt beim Kochen mit SalzsäureFichtenrot, C 42 H 34 0j 7 .
Chinagerbsäure, C 14 H lß O a (nach Schwarz), C^H^On (nach Schuett),kommt in den Chinarinden vor. Ein hellgelbes, zerreibliches. hy-groskopisches und herb schmeckendes Pulver, in Wasser. Alkoholund Aether leicht löslich, färbt Eisenoxydsalze grün, fällt Leim-,Eiweiss- und Starkelösung, zerfällt durch verdünnte Säuren inGlycose und Chinarot, C 2 ,H 22 0 14 , ein rotbraunes, in Wasser kaumlösliches Pulver, welches die Farbe der roten und braunen China-rinden bedingt.
Chinovagerbsäure, CjgHggOtg, kommt in der Rinde von China novavor. Eine bernsteingelbe, zerreibliche, herb schmeckende Masse,in Wasser und Alkohol leicht, nicht jedoch in Aether löslich, fälltLeimlösung nicht, färbt Eisenoxydsalze dunkelgrün. Beim Kochenmit verdünnten Säuren zerfällt sie in Traubenzucker und Chinova-rot, C 24 H 24 0 16 , welches auch bereits fertig gebildet in der Chinanova vorkommt.
Clilorogensäure, CyS^O», ein Bestandteil der früheren Kaffeegerbsäure,kommt im Kaffee als chlorogensaures Kalium-CoffeXn,
C 82 H 36 K 2 O 19 (C 3 H t0 N 4 O 2 ) 2 + 2 H 2 0zu 3,3«/ 0 vor. Sie bildet nadeiförmige, bei 208« schmelzende, in Wasserschwer lösliche Kry stalle, ist linksdrehend, zweibasisch und wird durchAlkalien in Kaffeesäure (s. S. 510) und Chinasäure (s. S. 503) gespal-1 en. Eisenchlorid erzeugt in der wässrigen Lösung eine grüne Färbung.