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Gerbstoffe.
des „Gerbstoffbegriffes'' sowie eine scharfe Klassifikation derGerbstoffe selbst geben. Viele Gerbstoffe, die Glucotannoide, lie-fern beim Kochen mit verdünnten Mineralsäuren neben anderenSpaltungsprodukten Zucker. Man hat deswegen häufig die Gerb-stoffe direkt zu den Glykosiden (s. dort) gerechnet, was jedochaus anderen Gründen nicht zutreffend ist.
Die Gerbstoffe werden teilweise in ausgedehntem Massetechnisch zum Gerben tierischer Häute, d.h. zur Herstellung desLeders, verwendet.
Wegen ihres Gehaltes an leimgebendem Gewebe wird dietierische Haut im frischen Zustande feucht, rasch faul und, ge-trocknet, hart und spröde. Durch das Gerben der tierischenHaut, bezüglich durch die Lederfabrikation, wird einmal dieNeigung der Haut zur Fäulnis aufgehoben, sodann aber auchdieselbe unbeschadet ihrer Biegsamkeit und Geschmeidigkeit,gegen Wasser usw. widerstandsfähig gemacht. Eine solche Um-wandlung der Haut in Leder kann auf verschiedene Weise er-reicht werden. Man unterscheidet hier nach der Art der Gerb-materialien und der Methode des Gerbens: 1. rot- oder lohgaresLeder, 2. loeiss- oder alaungares Leder und 3. sämisch oder fett-gares Leder. Auf die Einzelheiten der verschiedenen Gerbe-prozesse kann jedoch hier nicht eingegangen werden.
Die zur Lederbildung geeigneten Gerbstoffe, die das Gerb-material der Lohgerber bilden, werden auch als physiologischeGerbsäuren bezeichnet. Die nicht zum Gerben geeigneten, jedochals Arzneisubstanz brauchbaren Gerbstoffe, wie z. B. Gallusgerb-säure, heissen hingegen pathologische Gerbsäuren, obwohl siehäufig nicht pathologischen Ursprungs sind. Bei der Gärungund bei der Einwirkung von verdünnten Säuren geben die phy-siologischen Gerbsäuren keine Gallussäure und bei der trockenenDestillation kein Pyrogallol, was bei dem Hauptvertreter dersogenannten pathologischen Gerbsäuren, der Gallusgerbsäure, derFall ist.
Bei der trockenen Destillation geben die physiologischenGerbstoffe meist Brenzcatechin. Ihre wässrige Lösung färbtsich durch Eisenchlorid grün: eisengrünende Gerbstoffe. Die so-genannten pathologischen Gerbstoffe hingegen liefern bei dertrockenen Destillation meist Pyrogallol. Ihre wässerige Lösungfärbt sich durch Eisenchlorid blauviolett: eisenbläuende Gerbstoffe.
Die wichtigsten Gerbstoffe seien im folgenden kurz erwähnt:Eichenrindeng-erbsäure, C 17 H ln 0 9 (nach Ktti), Ci 4 H 14 0 7 (nach Löwe),C 19 H 16 O 10 (nach Böttinyer), kommt in der Eichenrinde neben Eichen-rot, Quercit, Laevulin, Traubenzucker, Gallussäure, Essigsäure,